Teilrückerstattung für Sie!
Text: Pino Loricato
Datum: 02.02.2007 Aufrufe: 2256 Verschickt: 1
Die Armee baut Mist, jeden Tag ein bisschen mehr. Jüngst bekam ich einen Brief vom "Verein", weil ich vor einem halben Jahr im WK war. Es gibt Kohle, hurra. Ich erkläre Ihnen, warum ich Grund habe, davon so begeistert zu sein.
Woher kommt der Brief? Im letzten Sommer war ich in einem Gast-WK. In der letzten Woche gaben alle ihr bestes, um am Freitag möglichst früh nach Hause entlassen zu werden. In den letzten Tagen eines WK geht es darum, alles Material zu sortieren, zu zählen und im Zeughaus zurückzugeben. Da dies tonnenweise Material ist, braucht man viel Kraft und Energie, einen schlauen Feldweibel und gute Material-Chefs. In der Einheit, in der ich zu Gast war, war dies auch der Fall. Aber die Offiziere und die Kompanieführung, das waren alles Nüsse.
Vier Stunden für nichts Jedenfalls waren wir an jenem Freitagnachmittag um zwei etwa fertig. Entlassen wurden wir aber erst um sechs Uhr abends in der Zentralschweiz. Vier Stunden lang hingen über hundert Mann einfach nur rum, spielten Karten, schliefen, rauchten. Das waren die längsten Stunden des ganzen Dienstes. Aber warum? Es hiess: «Wegen der Buchhaltung, die müssen jetzt ausrechnen, wieviel wir noch draufzahlen müssen wegen Materialverlusten.» Also haben die Nüsse vier Stunden lang gerechnet und kamen exakt auf den Betrag von 10 Franken, die jedem noch vom Sold abgezogen wurden. Das war uns allen scheissegal, wir wollten ja nur nach Hause.
Sechs einhalb Franken für nichts Jetzt ist ein halbes Jahr vergangen und es kommt dieser Brief. Der löst so ein unbeschreibliches Gefühl im Bauch aus, etwas zwischen Verzweiflung und Befreiung. Ich hatte nämlich schon Angst, es würde nachträglich eine Busse oder ein Disziplinarstrafverfahren gegen mich ausgesprochen, mit denen die Armee21 ja so locker umgeht. Ja Gott sei Dank nicht! Nein, ein halbes Jahr später schreibt uns allen der Fourier, er habe uns zwar 10 Franken pauschal abgezogen, jedoch bekommt jetzt jeder 6.50 Franken wieder zurück. Dafür muss man die Bank- oder Postverbindung angeben. Kostet nicht jede Überweisung fünf Franken? Und dieser Brief, den er uns geschickt hat, der kostet doch auch etwa einen Franken. Was haben diese Schafseckel eigentlich vier Stunden lang gemacht?
Mir nichts dir nichts Was ist hier eigentlich die Idee? Jeder, der denken kann, was für Kosten hier anfallen, der will dieses Geld gar nicht. Aber wenn ich lese, was mit dem Geld geschieht, wenn man es sein lässt, dann muss ich es auf jeden Fall zurück fordern. «Ansonsten wird es für den Kompanieabend verwendet.» Genau, der Kompanieabend dieser Einheit war so schrecklich langweilig, dass ich mir nichts dir nichts das Geld irgendwohin überweise. Vielleicht dem geneigten Lismal-Leser, der mir als erster seine Postverbindung mailt an:
Shrubdealer@lismal.ch Fazit Geld verlochen ist in diesem Land ein Sport. Ein bisschen wie Minigolf. Verlochen Sie mit! Kreuz und quer! Es ist genug für alle da!