Weihnachtsspiel - Update 22.01.2005
Text: anton
Datum: 25.12.2004 Aufrufe: 1637 Verschickt: 1
Liebe Leserinnen und Leser! Letztes Jahr spielten wir den Nikolaus-Genozid! Rote Mäntel, weisse Bärte, so lautete die Beschreibung auf unser Feindbild. Dieses Jahr jedoch kommen wir ein bisschen weg vom kommerzialisierten, tausendfach verulkten Samichlaus und widmen uns ganz den drei Königen.
Update 22.01.2005: Gewinnen konnte man nichts. Hihihihi.
Das Spiel ist ab sofort im
Archiv .
Die Geschichte Böse Terroristen wollen Jesus töten. Ihre Aufgabe ist es, alle Terroristen zu erschiessen, bevor sie die Krippe erreichen. Das geschieht aus der Perspektive eines amerikanischen Soldaten, der aus dem Helikopter heraus die Weihnachtskrippe verteidigen muss.
Unter den bösen Terroristen sind aber auch die drei Könige, die vereinzelt durch die Masse laufen, in den Händen ein Geschenk für das Jesuskind haltend. Und diese darf man auf keinen Fall treffen.
Kunst und Philosophie Dieses Spiel ist als ein Kunstwerk zu verstehen, das die Spielenden in eine eigene, kleine, surreale Szenerie lockt und sie ganz interaktiv in eine Stresssituation bringt. Sie sollen schiessen, schiessen, schiessen. Was geschieht dann?
Egal wie es ausgeht, ob nun die Terroristen oder der Soldat gewinnen, das Ende des Spiels ist eine Erlösung.
Im Hintergrund läuft auch das Lied von John Lennon - Happy XMas, war is over.
Dies ist also ein Spiel, das einige Fragen stellt und gleichzeitig eine Antwort mit auf den Weg gibt.
Fragen über Fragen Erstens: Wie oft haben Sie sich über Kollateralschäden aufgeregt, die die US Army in bei ihren Angriffen verursacht hat? Na, haben Sie in diesem Spiel auch schon den König getroffen? Das kann jedem mal passieren. Da sehen Sie, wie schwierig es ist, für eine gute Sache zu kämpfen, und immer alles richtig zu machen.
Zweitens: Was tu ich hier? Warum erschiesse ich hier so viele «Terroristen», nur um ein kleines Kind, dessen Eltern und drei Königen ein sicheres Weihnachtsfest zu garantieren? Ist es wirklich nur, um etwas zu gewinnen?
Drittens, und das ist auch eine kritische Frage nach dem Sinn des Militärdienstes in der Schweiz. Schliesslich würden wir im Ernstfall ganze Armeen an der Grenze zusammenschiessen, na klar, locker. Aber wofür? Wäre das für die sieben Millionen Schweizerinnen und Schweizer, die Mühe damit hatten, für eine Mutterschaftsversicherung zu stimmen?
Viertens: Warum lässt das unsere Demokratie zu? Ist unser kapitalistisches System denn so gut, dass es uns Wert ist, dafür auf andere zu schiessen?
Eine besinnliche Zeit Denken Sie darüber nach, schliesslich leben wir hier und jetzt, Anfang Januar, und das ist eine besinnliche Zeit. In diesem Spiel können Sie, ohne dass Sie jemandem etwas tun, sich die Finger blutig machen und glauben, etwas Gutes getan zu haben. Es braucht natürlich schon ein bisschen Überwindung am Anfang, aber mit der Zeit werden Sie sehen, dass es richtig (blut)fliessend läuft.
Holen Sie sich hier die Katharsis und beobachten Sie sich selbst, wie Sie im Nachhinein über die Schrecken der Feiertage nachdenken.
Herzlichen Dank geht an alle, die uns dazu inspiriert haben: CNN, Rammstein (Amerika), Thomas Hirschhorn, der Soldat, welcher in Fahrenheit 9/11 sagt: «Rock N' Roll» und an alle, die uns finanziell unterstützt haben: PRO HELVETIA (2.90 Franken).
Viel Spass!
Das Lismal Team