The Village - 100 Minuten gefüllt mit nichts...
Text: sterndli
Datum: 20.09.2004 Aufrufe: 1444 Verschickt: 0
Der neuste Film von M. Night Shyamalan versprach im recht Action-geladenen Trailer Gutes. Wobei ich nur wiederholt anmerken kann: "Der Trailer ist nie das, was der Film ist." In der Regel sind im Trailer sämtliche Actionszenen des Filmes aneinander geschnitten und mit gutem Sound unterlegt, was dann knappe zwei Minuten ergibt.
Aber zurück zum Film. Nach "The Sixth Sense" oder "Signs" erwartet man Grosses. Ich kann im voraus schon sagen, dass die Zigarettenpause mit Abstand das spannendste während des Kinobesuches war.
Die Story ist simpel. Ein Dorf, irgendwann nach dem Mittlealter, auf einer grossen Lichtung umgeben von Wald. Die Dorfbewohner leben in ständiger Angst vor "denen, von denen wir nicht sprechen". Gemeint sind die schauerlichen Monster des Waldes. So schlossen sie vor langer Zeit einen Pakt mit denen und leben seither nach dem Grundsatz:
"Wir gehen nicht in ihren Wald, sie kommen nicht in unser Dorf."
Das Dumme daran ist, dass die Stadt, und somit lebensnotwendige Dinge wie Medizin oder Kleidung, hinter dem Wald liegt. Da man selbigen aber nicht durchqueren darf, ist das ein bisschen blöd für die Menschen. Der junge Lucius Hunt (Joaquin Phoenix) gibt jeden Sonntag vor den Dorfältesten den Vorschlag ab, er würde den Wald durchqueren um diese Dinge zu beschaffen. Er bekommt aber nie die Erlaubnis. Bis zu dem Tag, an dem er bekannt gibt, dass er die blinde Ivy Walker (Tochter eines Dorfältesten) heiraten wird.
Noah Percy, Dorfbewohner und nicht ganz Hundert, will ihn daraufhin erstechen, da er selbst in Ivy verliebt ist. Lucius liegt also im Sterben und Ivy beschliesst durch den Wald in die Stadt zu gehen, um Medizin für ihren Geliebten zu holen. Sie geht los, flankiert von zwei Jungen Männern des Dorfes. Die beiden lassen sie aber kurz darauf sitzen und hechten, vor Angst geschüttelt, Richtung Dorf zurück. Ivy muss alleine weiter. Dann geht plötzlich alles sehr schnell. (wir sind jetzt ca. bei Minute 80 im Film!)
Man findet zum Beispiel heraus, dass es die Monster gar nicht gibt. Diese Erfindung der Ältesten sollte die Dorfbewohner davon bewahren aus dem Dorf zu gehen, weil sie sonst herausfinden würden, dass sie im 20. Jahrhundert leben. Ja, der Regisseur hat zwar die erwartete Wendung am Ende des Films nicht vergessen. Diesen Schluss könnte der gewiefte Filmbetrachter jedoch schon viel früher ziehen, wenn er nicht betäubt durch zwar schöne, aber zu viele Naturbilder und kaum Dialoge, irgendwo zwischen Koma und Tiefschlaf verweilen würde.
Auf jeden Fall: Mr. Night Shayamalan, schade. Ich hätte mehr erwartet, und kann diesen Film ganz und gar nicht weiter empfehlen. Guter Besetzung zwar (Joaquin Phoenix, Adrian Brody, Sigourney Weaver) aber null Action. Null Spannung. Null Handlung. Wer nun ins Kino kommt, um nach gut 100 Minuten eine ordentliche Überraschung zu erleben, wird enttäuscht. Wer hingeht um eine gute Story zu sehen - auch. Der ganze Film läuft in äusserst langweiligen 95 Minuten auf das Ende hinaus, welches aber leider zu schnell, zu offensichtlich und zu kitschig gehalten ist.
Immerhin in zwei, vor Spannung zu explodieren drohenden Minuten, bekommt man eines der nicht existenten Monster zu sehen. Denn selbige (Dorfälteste in Verkleidung) bemalen in einer Nacht und Nebel Aktion die Scheunen und Türen der Dörfler mit roter Farbe, töten ein paar Hühner und häuten noch ein paar Hunde.
Das war's.