Susi Gut - Alarmstufe senfbraun
Text: Pino Loricato
Datum: 23.06.2004 Aufrufe: 3035 Verschickt: 1
Auf der letzten Seite des Tagblattes finden wir im Interview des Tages ein bekanntes Gesicht und den Titel: „Das isch halt typisch Susi“ Kennt sie jemand nicht? Oder nicht mehr? Wer kann sich noch an 1999 erinnern? So lange ist das noch nicht her. Da klebten an Wänden und an Mistkübeln weisse Kleber, auf denen das Gesicht der Susi und das Logo der SD figurierte.
Eine Initiative Der Slogan war kaum zu übersehen, irritierend, unmissverständlich: „SchweizerInnen zuerst!“ Das war die Initiative der SD (Schweizer Demokraten, noch härter als die SVP, sozusagen die extreme Rechte unseres Landes.) Diese Initiative wurde als verfassungswidrig abgekanzelt und kam gar nicht erst vors Volk, weil damit Ausländer diskriminiert worden wären.
Interessante Fakten Die SD ist nicht ganz sauber. Ein SD-Mann wurde aus der Partei geworfen, weil er eine Ausländerin geheiratet hatte, kurz bevor ihre Aufenthaltsbewilligung abgelaufen war. Diese romantische Episode ist in der Zusammenfassung der SD-Geschichte nachzulesen auf
dieser Seite. Interessant auch, dass die SD früher NA hiess: Nationale Aktion, bestehend aus Rassisten und Altnazis etc. (Ein noch neuerer Name könnte auch sein: Nationale Schweizer Demokraten Aktions-Partei)
Und während dem Nazigold-Skandal 1998/99 forderten die SD dazu auf, nicht in jüdischen oder amerikanischen Geschäften einzukaufen, sie also zu boykottieren. Der Spruch: „Kauft nicht beim Juden“ ist uralt, aber allen bekannt. Den konnten sie nur schlecht tarnen.
Initiativen im Konjunktiv Was wäre gewesen, wenn Susi und ihre „Demokraten“ damit erfolgreich gewesen wären? Was wäre als nächstes dran gewesen? Etwa die Initiative: „Greift zur Mistgabel, Eidgenossen, und verteidigt euch!“ oder „Lasst uns endlich Kristallnächte feiern!“ oder „Für mehr Armeepräsenz auf Zürichs Strassen!“ (Ganz genau: Wäre die SD an der Macht, gehörten solche Aussagen vielleicht zum Alltag: „Durchsage der Leitstelle: Streckenblockierung infolge eines Panzerunglücks, die Langstrasse ist in beiden Richtungen gesperrt, die Linie 32 verkehrt ab Limmatplatz in Richtung blah blah blah...“)
Werdegang der SD-Politikerin zur SVP-Gemeinderätin Da aber Susi offenbar mit der SD nicht mehr weiter kam, machte sie das, was rechtsextreme Politiker tun müssen, wenn sie sich Gehör verschaffen wollen: Sie gehen ganz einfach zur SVP. Dort wird das ganze auch richtig hübsch verpackt. Etwas freundlicher; mit der dicken, kleinen, lachenden Sonne. Mit Erfolg, denn man hat sie offenbar zur Gemeinderätin der Stadt Zürich gewählt. Wer tut denn so was? Hat es zu wenige Frauen in der Politik? Musste sie eine Lücke füllen, um die Frauenquote zu erhalten? Gibt es einen vernünftigen Grund für diese Einsetzung?
Susi in der Zeitung Und das Tagblatt hält mit ihr ein Schwätzchen und nennt es:
Das Interview des Tages. Inhalt: Ein kleiner Vergleich mit Marian Danowsky (ein „Polit-Hasardeur“ laut votez.ch), zwei drei Worte über allgemeine Missstände, dann Fitness. Aufgestellt, lustig, freundlich, fit. - Hat sie sich geändert von der hässlichen Rassistin zur liebenswürdigen Populistin? Oder ist das die neue Version ihrer Verpackung, etwa das Stinktier im Schafspelz?
Wir werden ja sehen wie das weiter geht und was dabei rauskommt.
Links und Bilder.
Susi Wixvorlage für die SVP-Gemeindefraktion Susi turnt SD Der Tagi berichtete SD, eine Geschichte Abgelehnte Initiative