Skandal um die Bedienung der Nase
Text: Hukbald Klötzli
Datum: 12.06.2005 Aufrufe: 1624 Verschickt: 0
Ein Grossteil der Bevölkerung kann ihre Nase nicht richtig bedienen und hält nicht einmal die grundlegendsten Sicherheitsregeln ein. Zu diesem Ergebnis kam die Lismal-Redaktion nach mehr oder weniger ausgedehnten Nachforschungen. „Die meisten Menschen haben keine Mühe, ein Mobiltelefon zu bedienen. Doch ihre eigene Nase haben sie kaum im Griff“, meint etwa Pino Loricato zu den Resultaten.
Das kommt daher, dass bei den Mobiltelefonen ausgedehnte Bedienungsanleitungen mitgeliefert werden und sogar Kurse angeboten werden, wo die richtige Handhabung erlernt werden kann. Bei der Nasenhandhabung ist hingegen immer noch learning by doing angesagt. Dabei will auch die richtige Bedienung der Nase gelernt sein, handelt es sich doch um ein sehr sensibles Gerät. Mit ihr kann man nicht nur riechen, man kann sie auch in Apfelkuchen oder andere Dinge reinstecken, etwas in sie selbst reinstecken (Finger, Piercings), ihr nachlaufen (sie selbst kann auch
laufen ) oder eine Brille draufsetzen. Bei Sonnenbrand kann sie sich sogar schälen, das nur nebenbei. Wie wird ein solch anfälliges Gerät richtig gehandhabt? Eine Antwort auf diese Frage ist schwer zu kriegen.
Es ist zum Beispiel wichtig, die Nase ausserhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren, da sie verschluckbare Kleinteile enthalten kann. Obwohl das sehr nahe liegend und bei vielen anderen Geräten eine Selbstverständlichkeit ist, wird diese Regel bei Nasen zuwenig eingehalten. Auch sollte man nicht versuchen, sie gewaltsam zu öffnen oder mit spitzen Gegenständen einzudringen. Zudem sollte man keine scharfen Chemikalien, Reinigungslösungen oder starke Reinigungsmittel zur Säuberung des Gerätes verwenden, da dies zu gravierenden Funktionsstörungen führen könnte.
Solche Sicherheitsregeln sind der Bevölkerung aber viel zu wenig bekannt, wie auch eine Umfrage der Universität Zürich zeigen würde, wenn es denn eine gäbe. Leider wird auch keine
Statistik über Nasenbeschädigungen durch unsachgemässe Handhabung geführt, die wir hier zitieren könnten. „Die Unwissenheit der Bevölkerung ist ein echtes Problem, auch wenn das noch nicht durch verlässliche Zahlen belegt werden kann“, meint ein Rhinologe des Universitätsspitals Zürich. „Unsere
Nasensprechstunde wird auf jeden Fall sehr rege genutzt“. Demnächst soll zusätzlich ein Nasentelefon eingerichtet werden, damit Fragen auch anonym gestellt werden können.
Denn die Tabuisierung des Themas verschärft das Problem noch. Wer möchte schon gerne zugeben, dass er mit einem eigenen Körperteil nicht zurechtkommt. So wird die Unkenntnis und Unsicherheit der Bevölkerung in Bezug auf die Nasenhandhabung in den Medien kaum thematisiert. Deshalb wäre eine Aufklärungskampagne des Bundesamtes für Gesundheit absolut notwendig. Das BAG tut sich allerdings schwer mit der Finanzierung einer solchen Kampagne, weil keine gesicherten Zahlen existieren. Darum werden Themen wie Passivrauchen oder AIDS weiterhin prioritär behandelt. Zurzeit kann das BAG lediglich einige Tipps zum richtigen Umgang mit der Nase abgeben: „Lassen Sie das Gerät nicht fallen, setzen Sie es keinen Schlägen oder Stössen aus und schütteln Sie es nicht. Wenn ein Gerät nicht ordnungsgemäß funktioniert, bringen Sie es zum nächsten Fachhändler“. Halleluja.