Psychologische Operation Weihnachten
Text: Pino Loricato
Datum: 24.12.2005 Aufrufe: 2730 Verschickt: 0
Das Fest der Nächstenliebe birgt grosse Gefahren. Lismal deckt die Verschwörung auf und warnt vor psychologischen Operationen. Ahnungslose Menschen hetzen schon seit Wochen in Warenhäusern herum und kaufen lieblosen, unnützen Kram. Damit nicht genug, den Opfern blüht noch viel Schlimmeres. Tödliche Sex-Fallen werden von der Regierung gesponsert und das Volk wird gnadenlos manipuliert.
Kriminalität, Betteleien und Ho Ho Ho Gehen Sie nicht in die Stadt zum Einkaufen. Da sind tonnenweise Menschen, die zusammenstossen und Grippe-Viren austauschen. Kriminelle, mobil operierende Teams sind unterwegs um Sie auszunehmen, wenn es niemand merkt. Sie werden um Bargeld, Handy, Karten, Ausweise und gekaufte Geschenke erleichtert. An allen Ecken und Enden stehen professionelle, legal angestellte Bettler, die für gute Zwecke Geld einsammeln. Im schlimmsten Falle singen sie sogar Lieder. Und Samichlaus-Dekorationen vergewaltigen das Stadtbild, dass man die Tramschienen vollkotzen möchte.
Sekten-Propaganda Warum die Polizei nicht einschreitet, bleibt ein Rätsel: Religiöse Faltblätter werden Ihnen in die Hände gedrückt, von allen Seiten. Diese stammen von kleinen, anonymen Gruppierungen, die glauben das Jenseits und den richtigen Weg ins Himmelreich zu kennen. Die gehen davon aus, dass depressive, einsame Menschen darauf hereinfallen und sich ihren Gruppierungen anschliessen. Übrigens, draussen ist es kalt. Bleiben Sie zu Hause.
Sorgentelefon, Depressionen und Porno Wenn Sie dann eben zu Hause bleiben, sorgen Sie dafür, dass Sie sich sinnvoll beschäftigen oder grossartig unterhalten. Bestenfalls in guter Gesellschaft. Denn wer alleine zu Hause bleibt und einsam herumvegetiert, wird schleichend depressiv. Merken Sie sich, Weihnachten ist eine der grössten psychologischen Operationen unserer heutigen Gesellschaft. Wer nicht mitmacht und mitkauft, wird bestraft durch ein giftiges Hormon, das in den ganzen Stadtraum gesprüht wird und depressiv macht. Das Gegengift mit den Glückshormonen wird in jedem Geschäft gleich neben der Kasse versprüht. Leute, die während dieser ganzen Zeit an der Kasse arbeiten, sind deswegen aber nicht glücklicher, sondern gestresster, weil die Dosis bekanntlich das Gift ausmacht und zu viel des Guten für Apathie sorgt und Schlafstörungen provoziert. Arme Kassiers.
Das Sorgentelefon boomt, immer mehr nutzen diesen Dienst. 143 wählen, jemanden vollquasseln, weinen, lamentieren, reden, seufzen. Warum wohl? Wenn genug Leute jährlich so weit sind, wird das Sorgentelefon privatisiert und es wird auch ne Kleinigkeit kosten. Und es wird niemanden wundern.
Dazu kommt die Sextoys-Erotik- DVD-Lack- Leder-Peitsche- Samichlausmützen- Porno-Branche, welche das Fest der Nächstenliebe in das Fest der nächsten Liebe, nämlich der Fleischeslust, uminterpretiert und zusätzlich mit depressiven Menschen Kasse machen will. In diesem
20-Min-Artikel finde ich nämlich auch die Antwort auf den werbemässigen Bombenteppich, hinter dem Beate Uhse, Erotik-Markt und Loveworld.ch stecken. "Genau diese Leute wollen wir ansprechen," sagt da einer. Werden Sie nicht zu deren Zielgruppe, sonst gehen Sie pleite.
Der Amsterdamisierung unserer Stadt steht bald nichts mehr im Wege. Es ist auch egal welcher Stadtpräsident die nächsten Wahlen gewinnt, er wird immer ein offenes Ohr für seine Mitbürger haben und zwei geschlossene Augen für den geduldeten Strassenstrich am
Sihlquai, gleich neben einer Kunsthochschule, deren Schülerinnen bei Anbruch der Dunkelheit von den Freiern sexuell belästigt werden.
Zwiespältige Entwicklung Schauen Sie, liebe Leserinnen und Leser, wir sind nicht Feinde der Lust und des Geschlechtsverkehrs. Aber Zürich macht eine zwiespältige Entwicklung durch. Einerseits wird das Volk im Alltag immer autistischer, egoistischer, kälter, ignoranter, abweisender und asozialer. Andererseits wollen alle bumsen, die Medien sind voll mit Sex-Themen, der kommerzialisierte Sex wächst an und wird durch Propaganda salonfähig gemacht. Erinnern Sie sich an Roman Kilchspergers Aussage in der Blick-Schlagzeile: "Bezahlter Sex macht glücklich. Jeder muss das mal gemacht haben." Für diese Aussage wird er von der Regierung wohl gesponsert worden sein.
Fazit In der Zeit wo man uns glauben machen will es gehe um Nächstenliebe, lauern draussen eine Horde von Bösmenschen, die sich an Ihnen bereichern wollen. Die Regierung und die Marktwirtschaft halten in einer grossen Verschwörung zusammen und amüsieren sich auf Ihre Kosten. Steuergeschenke gibts nach oben. Aber was kriegt das Volk ausser Manipulation, Reglementierung und Überwachung? Eine neue Beleuchtung an der Bahnhofstrasse, damit das Einkaufen attraktiver wird. PVC-Bären, damit das Einkaufen attraktiver wird. Wann kriegen wir ein neues Fussballstadion mit eingebautem Shopping-Center?