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Neo mit Maschine.
Pflichterfüllung - Matrix III
Text: Nemo Datum: 08.11.2003 Aufrufe: 1452 Verschickt: 0

«Alles was ein Anfang hat, hat auch ein Ende», ist der Slogan von «Matrix III - Revolutions». Und nach dem Betrachten dieses Films muss man zum Schluss kommen: Das ist auch gut so. Bleibt zu hoffen, dass sich die Macher an diese Regel halten - und uns mit einem weiteren Teil verschonen. Ein extrem subjektiver Erlebnisbericht.

Das Gute zuerst: Die «Herr der Ringe III» Vorschau ist beeindruckend. Spektakulär.
Im Hauptfilm greifen die Maschinen die Menschenstadt Zion dann mit wirklich tollen Tunnelbohrmaschinen an. Und die Menschen schiessen mit wirklich tollen Robotern zurück. Dass dabei ein paar pathetische Sprüche à la «Independence Day» fallen, ist zu verkraften, dass sich 14jährige freudenstrahlend zum Kriegsdienst melden, geht auch noch durch.

Dem zweiten Teil der Trilogie, «Matrix - Reloaded» war zugute zu halten, dass man nach dem Film selber weiterphilosophieren konnte: Gibt es eine Über-Matrix? Ist Neo selbst ein Programm? Weshalb kann er die Realität beeinflussen?

Wer darauf Antworten erwartet, wird sie im dritten Teil jedenfalls nicht finden.
Dafür erfahren wir, dass sich Agent Smith munter weiterkopieren kann, dass Neo eine sich selbst erhaltende Gleichung ist, und dass es auch in der Matrix eine Art Papierkorb gibt, wo nicht mehr verwendete Programme ausgelagert werden. Und der Merowinger verschiebt diese Programme dorthin, oder so.
Wem dies zuwenig ist, der darf sich immer noch an den ausgeklügelten Dialogen erfreuen («Ich habe dir schon mal gesagt, niemand kann hinter die Entscheidungen blicken, die man nicht versteht.» - richtig, das Orakel ist auch mit von der Partie). Denn diese Dialoge sind ebenso zahlreich wie pseudotiefgründig, und machen beinahe den gesamten ersten Teil des Films aus.
Da innerhalb der Matrix eh nur noch geklonte Agent Smiths wohnen, spielt der grösste Teil des Films ausserhalb der Matrix. Leider bleiben dadurch spektakuläre Kampfszenen die Ausnahme.
Zu guter Letzt zogen es die Regisseure vor, den Showdown gegen Smith in Dunkelheit und dauerströmendem Regen abzufilmen, so dass man auch hier beinahe nichts vom Kampf mitbekommt. Schade.
Aber immerhin gibt es eine tolle Sterbeszene von mindestens zehn Minuten im Film zu sehen.

Tipps zum Durchhalten:
Es besteht natürlich ein gewisser sozialer Druck, sich «Matrix III» anzusehen. Da man dem Film nach der Pause einen gewissen minimalen Unterhaltungswert (Blut, tolle Schlachten, richtige Helden, ab und zu eine Kampfszene) nicht absprechen kann, ist es empfehlenswert, sich nur die zweite Hälfte zu Gemüte zu führen (keine Angst, die Story ist nicht komplex, sondern tut nur so).
Wer trotzdem vorhat, den ganzen Film zu betrachten, sollte folgende Gegenstände dabeihaben:

  • Einen Discman mit der Lieblingsmusik. Die Zeit bis zur Pause geht so schneller rum, und die Dialoge müssen nicht mitgehört werden. Ebenfalls ist ein bequemes Sitzkissen mitzubringen, denn der Film dauert über zweieinhalb Stunden.
  • Sind sie ein eher spontaner Typ, dann zetteln Sie doch eine Popcornschlacht an. Dies lockert die angestrengte Atmosphäre im Kino etwas auf, danach werden die Zuschauer mit frischer Kraft bis zum Ende ausharren.
  • Alternativ lohnt es sich, sich vorher kräftig zu besaufen. Vielleicht ist der Film dann lustig. Der Abend wird dann aber teuer.
  • Wer bisher nur «The Matrix» gesehen hat, der soll sich an diesem Meisterwerk erfreuen. Und die enttäuschenden Fortsetzungen lieber nicht anrühren.


Lesen Sie auch das Review über Matrix Reloaded .


Gute Maschinen kämpfen gegen böse Maschinen. Showdown. Dummerweise sieht man im Regen nicht viel. Viele Agent Smiths.
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