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Kultur - Diverses
Meine Damen und Herren, das ist Jim, der Space-Sheriff. Schon seit Jahren liefert er Sternchen direkt aus dem All. Seit dem Fall der Berliner Mauer arbeitet er selbständig.
Kochen mit Lismal: Sternchensuppe
Text: Pino Loricato Datum: 04.10.2005 Aufrufe: 1955 Verschickt: 2

Heute gibt es Sternchen aus dem Weltall! Und wir machen daraus eine Suppe. Der Space-Sheriff Jim geht für uns ins All um welche zu besorgen. Auf der Sternküchenbasis wartet Funkerleutnant Schmidt und kümmert sich um den Nachschub. Wir zeigen Ihnen den abenteuerlichen Arbeitsablauf der beiden hoch professionellen Stern-Köche, damit Sie das zu Hause nachmachen können.

Die Sternchenbasis
Wir befinden uns in einer ganz gewöhnlichen Küche. Aussergewöhnlich ist nur die Sternküchenbasis von Space-Sheriff Jim. Es ist Vormittag, das Wetter ist grau, kühl und regnerisch. „Keine guten Flugbedingungen für meine Starexpresso 2000. Öffnen Sie schon mal das Küchenfenster!“ befiehlt Jim seinem neuen Mitarbeiter, dem Funkerleutnant Schmidt. Jim sagt: „Funkerleutnant Schmidt ist noch neu, er macht noch viele Fehler, deshalb hoffe ich schwer, dass heute alles klappt. Der frühere Mitarbeiter kam bei einer Landung meiner Starexpresso 2000 ums Leben, weil er sich direkt auf dem Landeplatz aufhielt.“

Start der Mission
Wir möchten mitverfolgen, wie eine Sternchensuppe entsteht. Jim lächelt und meint, dass der Aufwand für nur eine Portion zwar sehr gross sei, er aber für uns doch diese Mission antreten möchte. Er gibt dem Funkerleutnant Schmidt noch detaillierte Informationen, dann begibt er sich in seine Starexpresso 2000, ein eher älteres Modell, um ins Weltall zu fliegen. Wir fliegen ihm ein Stück weit hinterher und sehen gerade noch, wie er hinter den Alpen verschwindet. So.

Frische Sternchen leuchten
Nach nur einer Viertelstunde kehrt Jim zurück und landet erstaunlich sanft auf dem Schüttstein. Funkerleutnant Schmidt wartet auf dem Suppenwürfel und merkt nicht, wie hinter ihm die Starexpresso 2000 gelandet ist. Als Jim die Luke öffnet, fallen bereits ein Paar Sternchen aus dem Cockpit. Sie sind noch frisch, deshalb leuchten sie noch sehr stark.

Der Kochvorgang
Das Wasser kocht, jetzt muss alles sehr schnell gehen. Funkerleutnant Schmidt muss den Suppenwürfel aus seiner silbrigen Folie befreien und in die Pfanne werfen. Kurz darauf kommt Jim und düst mit seiner Maschine nah an die Pfanne ran. Jetzt muss er aussteigen und die Starexpresso 2000 zum Kippen bringen, damit die Sterne auch in die Pfanne fallen. Das ist ein sehr kompliziertes Manöver das viel Erfahrung erfordert, was Jim natürlich hat. Er verrät uns aber sein Alter nicht, dafür ist er zu eitel.

Das Geheimnis
Nach nur sieben Minuten ist die Suppe fertig. Nach etlichem Umrühren, damit nichts anhockt, ist Funkerleutnant Schmidt sehr erschöpft und muss sich hinlegen. Jim verrät uns das Geheimnis der Sternchensuppe: „Die Sternchen saugen das heisse Wasser auf und werden etwas grösser. Etwa doppelt so gross.“ Aha.

Ein hartes Business
Wir probieren von dieser Suppe und sie schmeckt hervorragend. Warum macht Jim daraus nicht ein grosses Geschäft? „Ach, wissen Sie, das was ich hier habe ist nicht viel. Eine so kleine Basis, ein kleines Ein-Mann-Sternchenschiff, und einen Amateur, der funkt und mithilft, aber das wichtigste muss ich sowieso immer alleine machen. Da gibt es sowieso viel grössere Sternchenlieferanten. Zum Beispiel Knorr Deutschland, aber bei Knorr sind die Sterne vorgewürzt. Sogar in Ostdeutschland gab es Sternchen, dort hatte ich auch eine Zeit lang mitgearbeitet. In Italien bietet Barilla die Stelline, deren Sternchen sind neutral und kommen aus dem selben schwarzen Loch wie diese hier. Die können Sie beliebig würzen. Knorr Schweiz hat keine Sternchen, weder gewürzt noch neutral. Deshalb haben Sie mich ja auch für diese Suppe engagiert.“ -So ist es.

Fazit
Einen halben Liter Wasser kochen, Suppenwürfel rein, eine Hand voll Sternchen rein, sieben Minuten warten. Fertig.
Unterstellen Sie uns jetzt nicht unterschwellige, kulinarische EU-Propaganda wegen den Sternchen oder wegen der Tatsache, dass die Sternchen im Migros und im Coop nicht zu finden sind. Es geht hier ausschliesslich um Suppe. Falls wir mit diesem Artikel Ihre Gefühle verletzt haben sollten, müssen Sie selber wissen, was Sie damit anfangen wollen.



Links:

Da klicken Sie sich durch einen Haufen Teigwarensorten und Zubereitungsarten von Barilla.
http://de.primopiatto.barilla.com/trovaformato/index.htm

Sogar die Ossis hatten schon Sternchensuppe
http://www.ossiversand.de/product_info.php?products_id=2340

Und die Deutschen haben sie immer noch
http://www.wolfgangs-kochbuch.de/diverseordner/sternchensuppe.htm





Fk Lt Schmidt am Funk: "Was muss ich jetzt machen? Ich warte hier auf dem Suppenwürfel und Sterne fallen vom Himmel. Wo bist du?" Er hat offenbar die Landung nicht bemerkt. Beim Öffnen der Luke sind bereits Sternchen aus dem Cockpit gefallen. Unter Stress muss Fk Lt Schmidt den Suppenwürfel auspacken. Damit er das nicht falsch macht, hört er auf Jims Anweisungen über Funk. Jim ist soeben in seine Starexpresso 2000 gestiegen. Zuerst führt er den Sicherheits-Check durch, nachher schliesst er die Luke, dann kanns los gehen. Die Starexpresso 2000 fliegt über die Schweizer Alpen direkt ins All.
Zurück bei der Basis: Jim öffnet die Luke und freut sich über die frischen Sternchen, die so stark leuchten, als wären sie noch am Nachthimmel. Die Sternchensuppe. Jetzt ist jedes Sternchen etwa doppelt so gross. Der Dampf in der Pfanne trübt etwas die Sicht. Diese Suppe ist nicht nur des Geschmacks wegen so hervorragend, es bereitet auch grosse Freude sie zu essen. - In Kreisen der hohen Gesellschaft etwa so beliebt wie Kaviar. Ein schwieriges Manöver. Jim hat aber die nötige Erfahrung und zeigt uns, stolz auf dem Pfannenstiel stehend, wie er das macht. Die Öffnung muss über den Pfannenrand sich nach vorne beugen, so weit bis die Sternchen alle im heissen Wasser sind. In der Sternküchenbasis arbeitet Jim (oben links) zusammen mit Fk Lt Schmidt (unten rechts) an einer jeden Suppe. "Hier wurden schon Suppen für zwölf Personen gekocht!" prahlt Jim.
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