Irgendeine Modeschau
Text: TonyClifton
Datum: 09.02.2004 Aufrufe: 1658 Verschickt: 4
Gestern bekam ich (22, monogam) seit langer Zeit wieder eine elektronische Nachricht auf meinem Mobiltelefon (7250, polyphon). Sie lautete:“LILOU…und mehr. Heute Modeschau in der Dachkantine (Toni-Areal) 21.30h- Eintritt 15.-… bis später.. würde mich freuen.Laila http://mymobile.sunrise.ch “.
Sofort wollte ich mich auf die Gästeliste setzen lassen, leider klappte das nicht. Neunmalklug, wie ich nun mal bin, gab ich mich beim zweiten Versuch als Fotograf aus, Laila konnte aber nur zwei Personen auf die Liste setzen. Natürlich war ich der Dritte und musste somit mit dem Proletariat an der Kasse anstehen und diesen Bericht auch noch ohne Entschädigung schreiben.
Catwalk Als ich ankam, war die Modeschau bereits voll im Gang. Glücklicherweise half mir ein Kumpel die Kamera richtig einzustellen (On/Off, Auslöser, Blende, Beleuchtungszeit). Anschliessend schubste ich die anderen Fotografen zur Seite und positionierte mich am Ende des Catwalks. Ich fühlte mich wie Helmut Newton, einfach jünger und weniger tot. Bereits kurze Zeit später kam der Veranstalter (Bekim, Cekim, Ekmi oder so), vermutlich ein Türke, auf mich zu und fragte mich, für welche Agentur ich fotografiere. „Für Lismal.ch und Laila“, antwortete ich. Er hielt mich wohl für einen Profifotografen, was mir auch recht war.
Die Mode Trotz des engen Schnittes, der die Kleidung sexy wirken liess, schien sie sehr bequem zu sein. Ideal für Ausgang und Freizeit. Farblich dominierten Braun und Grün in schlichten Kombinationen. Allerdings hatte ich Schwierigkeiten, mich auf die Mode zu konzentrieren, da ich stets bemüht war, die Kamera gerade zu halten. Also ging ich nach der Show Backstage, um mir einen zweiten Blick über die Kollektion zu verschaffen, leider waren die Models da schon ausgezogen, wieder fühlte ich mich wie Helmut Newton, verlor die Kontrolle über meine Beine und lief in eine Wand.
Die Party Die Lokalität (eine ehemalige Kantine) hatte den Charme eines Jugendhauses irgendwo in der Agglomeration. Dieser Umstand wurde umso mehr bestärkt durch die Tatsache, dass sich die Leute nach der Modeschau lange nicht getrauten zu tanzen. Im hinteren Teil gab es einen Raum für eurythmische Spastiker, die dort ihren Bewegungsdrang zu Drum'n’Bass abbauen konnten. Etwas später lief im vorderen Raum der zur Zeit trendige Minimaltechno, dem Partyspass stand also nichts mehr im Weg.