Invasion der Barbaren
Text: Pino Loricato
Datum: 15.08.2005 Aufrufe: 2336 Verschickt: 1
Jedes Jahr wird die Stadt Zürich von Heiden aus aller Welt heimgesucht, die Tod und Verwüstung in die Stadt bringen. So schrecklich wie Hannibal einst mit seinen Elefanten in Rom einfiel, etwa so und noch grausiger penetrieren die Lovemobiles die Limmatstadt vom Albisgütli her. Einheimische Städter fliehen in die Nachbarskantone und die Politiker schauen weg.
Die Flucht der Stadtzürcher Es soll luzernische Hoteliers geben, die zürcherischen Flüchtlingen Asyl anbieten, das heisst: Übernachtung zum halben Preis. Es finden in der Agglomeration des Kantons Zürich alternative Veranstaltungen statt. Fragt man junge Stadtzürcher, was sie an der Street Parade machen, antworten neun von zehn damit, dass sie aus der Stadt fliehen und sogar für Übernachtungsmöglichkeiten auswärts gesorgt haben. Sie haben Recht. Denn wenn Zürcher und Zürcherinnen zu Hause den Fernseher einschalten, treffen sie die Street Parade schon wieder an. Die legale Massen-Drogenparty für Familien mit Kindern, jung und alt. Und Street Parade im Fernsehen ist auch keine gute Idee.
Füdli-Fernsehen Im Tele Züri wird pausenlos darüber diskutiert, was diese Tanzerei mit Sex zu tun haben soll. Sex, Erotik, Porno, Brüste, der schwule Joel Gilgen interviewt eine Sexberaterin, die den Anlass eher brav findet. -Brav. Wie an einer Chilbi. Gar nicht so sexy und erotisch wie ein Puff. Tja, da haben sie ja hohe Erwartungen an ihre Kundschaft! Müssen
Fans der Technomusik automatisch brünstige Pornohelden sein, alle miteinander, durcheinander und ineinander? Ist es denn so gedacht, dass neben und auf den Lovemobiles Orgien statt finden?
Vergewaltigung einer Stadt Die Stadtufer am Zürichsee sind voller Zelte, sie erinnern an Karawanen von wandernden Völkern. Da werden tödliche Sex-Drogen konsumiert, Kondome verbraucht, gefressen und getrunken, Abfall und Gestank produziert und überhaupt die ganze Gegend mit Fäkalien und Auswurf zugepflastert. In den Tagen danach wird aufgeräumt. 77 777 Tonnen Abfall, davon 7 777 Tonnen Abfall im Zürichsee und in der Limmat. Jährlich sterben 333 Fischarten im Zürichsee aus. Die Vibration des Lärms lockt Regenwürmer auf die Strasse, die entweder in der sonnigen Hitze verenden oder von Ravern und Trancern totgetanzt werden. Und das alles im Zeichen von Frieden, Respekt und Toleranz. -Kopfschuss, oder?
Fragen und Lösungsvorschläge Ist es das wert, unsere Stadt einmal im Jahr der grinsenden Bestie des Spassfaschismus zu verhökern, damit der Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad Zürichs in Europa und der Welt steigt?
Die
Bären aus PVC waren dazu gedacht Touristen in die Stadt zu locken. Es verging kein Tag an dem nicht Einheimische mit denen irgendwelche Dummheiten angestellt hätten. Dummheiten warten darauf, begangen zu werden und es findet sich immer einer, der sie begeht. Wann sabotiert mal einer die
Lovemobiles? Berlin hat die Love Parade abgeschafft. Sie sind uns voraus. Die Street Parade gehört auch abgeschafft oder zumindest verschoben. Warum macht man das nicht in Basel? Die Basler wären sicher sehr stolz darauf und wir würden es ihnen gönnen. Im Rhein ab Basel gibt es auch nicht mehr viel zu vergiften, von dem her. Und der milliardenschwere Pharmakonzern ist auch in der Nähe, der könnte den ganzen Spass sponsern und "sichere Partydrogen" für Kinder und
Alte verteilen.