In der Kronenhalle mit Michèle Roten
Text: Pino Loricato
Datum: 14.02.2006 Aufrufe: 1419 Verschickt: 2
Das TA-Magazin hat eine Online Umfrage durchgeführt und unter den Teilnehmern ein Nachtessen mit der berühmtesten und beliebtesten, populärsten und bestesten Jungautorin von Zürich verlost. Und einer von uns hat gewonnen! Wir haben soeben die Benachrichtigung der Magazin-Redaktion erhalten. Hurra! Erfahren Sie, wie wir den Glücklichen darauf vorbereiten, denn von Knigge hat er keinen Schimmer!
Wollen Sie wissen, wer der Gewinner ist? Es ist
Karl. So. Jetzt wollen Sie sicher auch noch wissen, wer Michèle Roten ist, dass wir uns für Karl so freuen. Sie ist nämlich ein ganz besonderes Mädchen.
Wer ist Michèle Roten und warum So ganz allgemein weiss man, dass sie die Kolumne "MISS UNIVERSUM" im Tagi-Magi führt, Germanistik, Kriminologie und Soziologie studiert, momentan in Berlin mit ihrer Vespa und einer Kollegin lebt, mit Kohle heizt, mit Wireless LAN surft und an Weihnachten einsam war (genau wie Karl.) Desweiteren sollte man wissen, dass sie als Journalistin mit der Jugendzeitung "Toaster" gross geworden ist, einem Blatt, das von Subventionen lebte. Ausgerechnet als sie Chefredakteurin war, wurde dem Blatt jede Subvention gestrichen und es starb in ihren Händen. Da war eine ganze politische Debatte dahinter im Fall. Noch heute enthält die Signatur ihrer Kolumne ihren Namen, Studium, und die stolze E-Mail-Adresse @toaster.ch obwohl es auch die Site gar nicht mehr gibt. Wie eine Witwe, die ihr schwarzes Gewand jahrelang weiter trägt.
Aber darüber weiss man nichts Genaues. Man kennt ihre Biografie nicht. Man kennt keine Details. Man findet sie auch nirgends im Netz. Sie ist ein einziges grosses Rätsel. Sie hat sich zwar einen Namen gemacht, doch kann man sich nur schwer ein Bild von ihr machen. Dazu braucht man Photoshop und eine ruhige Hand.
Googling Michèle Roten Will man wissen wie sie aussieht, kann man erst mal lange googeln, denn sie besitzt keine eigene Website, zumindest nicht eine offizielle, von der wir wüssten. Das Amüsement beginnt, als wir an einem Blog nach dem anderen vorbei kommen. Überall ist die Rede von ihr, sie wird zitiert, kritisiert, gelobt, am Rande erwähnt, aber niemand widmet ihr einen Artikel und niemand zeigt ein Bild von ihr. Schlimmer noch: Manche Blogger beklagen sich, dass unendlich viele Surfer via Google.ch über ihre Blogs gedonnert sind, um Bilder von Michèle Roten zu suchen.
Unefilledulimmatquai.ch zum Beispiel, sie hatte wohl die Autorin erwähnt und geriet im Google-Ranking auf die besten Plätze. Jedenfalls sind wir nicht die ersten. Michèle Roten hinterher zu googeln gleicht dem Vorhaben einer Fata Morgana in der Wüste hinterher zu rennen. Aber wir werden fündig. Sie präsentiert sich der Öffentlichkeit in
Fragmenten. Auf nachtderkolumnisten.ch finden wir einen Kopf, auf hoerkolumnen.ch finden wir Beine und Arme. Das ist zwar eine magere Beute, jedoch lässt sich damit die gute Michèle einigermassen
rekonstruieren. Liebe Michèle-Roten-Fans III Wir haben in diesem Text mehrmals den Namen Michèle Roten genannt, sogar im Titel. Es werden einen Haufen Leute über Google.ch hierher finden und den Text überfliegen, weil sie Bilder suchen und wissen möchten, wer das Nachtessen gewonnen hat. Uns ist das nur recht. Karl, wir gratulieren.
Die Magazin-Redakteure haben das wahrscheinlich auch mitgekriegt, dass da draussen eine Schar von Leuten ist, welche dieses Mädchen mal sehen möchten. Deshalb haben sie mit einem Nachtessen gelockt, um ihre Umfrage ausgefüllt zu bekommen. Das war sehr
schlau. Fazit Jede andere Person würde bei dieser Popularität ihr Gesicht zeigen, im Fernsehen auftreten, sich in Szene setzen und sagen: "Seht her, das bin ich, ihr mögt meine Schreibe, ihr sucht mich, ich bin hier." Michèle Roten tut genau das Gegenteil: "Ihr findet meine Kolumne so gut? Dann lest doch einfach. Hey, Kamera weg!!" Fans sind etwas Beängstigendes und sie könnten überall sein. Je länger niemand weiss wie sie aussieht, desto länger hat sie Ruhe an der UNI. Karl wird von ihr eine Zeichnung machen dürfen, einen Photoapparat besitzt er ja nicht.
Links Übrigens gibt es auf
hoerkolumnen.ch die Kolumnen von Michèle Roten als Podcast zu abonnieren.
Wundern Sie sich, wieso die Bilder so schlecht aussehen und die Kommentare verschwunden sind? Wir auch.