Flashmob am Paradeplatz
Text: Pino Loricato
Datum: 27.02.2009 Aufrufe: 1993 Verschickt: 0
Am Donnerstagabend versammelten sich über 100 Jugendliche auf dem Paradeplatz um mit Kreide etwas auf den Boden zu zeichnen. Das Projekt wurde im Facebook lanciert und endete erfolgreich mit einem bunten Platz. Wir applaudieren dieser Idee und den Initianten, welche diesen Flashmob zustande gebracht haben.
Der Paradeplatz ist normalerweise ein toter Platz, wenn keine Banker da hindurchhetzen um an die Arbeit zu gehen oder von der Arbeit wieder nach Hause zu rennen. Zufälligerweise trafen sich auf dem Paradeplatz ein paar alte Lismalisten und freuten sich über das, was sie sahen: Schriften, Müsterchen, Herzchen, Penisraketen, Linien, Blümchen, Gespenster, alles in bunten Farben und viele Menschen, die sich freuten.
Das ist von der Dynamik her mit dem Botellón vergleichbar, allerdings dürfte der Sachschaden hier bei etwa null Franken liegen. Es sei denn, übereifrige Ordnungsfritzen bestellen per sofort mehrere Putzkolonnen, die mit Hochdruckreinigern gegen die Farben kämpfen, so dürfte sie das wohl etwas kosten. Wir sind gespannt auf den Alarmismus und die Empörung in den Gratisblättern vom nächsten Morgen.
Eine eher denkwürdige Szene boten ein paar V-Männer, die Jugendliche fotografierten, um „Gesichter zu haben“. Als gerade ein junger Mann eine Artischocke zeichnete, fotografierte ihn ein alter Mann in dunkelblauer Jacke und sagte, er brauche das Gesicht, damit er wisse, wem er die Rechnung schicken könne. Aber wofür? - Es existieren hier wohl immer noch furchterregende Spiesser, die den Jugendlichen nicht einmal eine Zeichnung mit Kreide gönnen. Tja, manche finden das gar nicht lustig. Wir schon.