Einfach verbunden: Intro
Text: Pryce Projectile
Datum: 04.08.2007 Aufrufe: 1357 Verschickt: 1
Hi, ich bin Tommy Gun! Sie kennen mich vielleicht noch aus coolen Lismal-Beiträgen wie "Aus Teufel's Küche" und "Mir sind zwüsched dini Bei, hä". Meine Zeit bei McDonald's ist schon lange her. Der durchschnittliche Student muss aber auch essen, darum arbeite ich jetzt indirekt bei der Swisscom als Bluewin-TV-Promoter. Fazit: Die Kunden hier sind noch schräger. Yeah, baby, yeah.
Eines Tages, als meine Ersparnisse sich nur noch im zweistelligen Bereich bewegten, dachte ich mir bei der entspannten Shakespeare-Lektüre einmal: "Hunger." Also legte ich das Buch zur Seite und begab mich zum Kühlschrank. Dieser hatte jedoch nicht mehr zu bieten als ein Kinder Pingui und gähnende Leere. Da dachte ich mir: "Scheisse." Was nun? Logische Schlussfolgerung: Essen kaufen. Ohne Geld. Hm, woher bekomme ich Geld? Bank ausrauben: Zu riskant. Musicstar werden: Zu kitschig. Waffenhandel betreiben: Zu langwierig. Fragen wir halt mal das gute, alte Internet.
Einige Minuten später fand ich ein Inserat einer einigermassen bekannten Arbeitsvermittlungsagentur. Die wollten von mir ein Curriculum Vitae, welches ich ihnen per E-Mail 'rüberbrösmelte. Zwei Stunden später klingelt mein Handy. Eine nette Vertreterin der Agentur lädt mich für den folgenden Tag in ihr Büro in Zürich ein. "Yeah, baby, yeah", sage ich lässig, und hänge auf.
One day later. In besagtem Büro angekommen, werde ich herzlich begrüsst und gebeten, Platz zu nehmen. Nach einer Viertelstunde Gespräch wird klar: Vier oder fünf Stunden pro Woche auf Abruf arbeiten ist nix für mich. Da gäbe es aber dann noch diese Stelle bei der Swisscom, 80 bis 100 Prozent. Bluewin TV Promoter wäre ich dann. (Sie kennen Bluewin TV nicht? Dann aber
schleunigst nachsehen .) "Yeah, baby, yeah", sage ich abermals, und kriege mitgeteilt, dass der Swisscom-Projekt-Leiter der Agentur mich in ein paar Tagen kontaktieren würde. Lässig verlasse ich das Büro.
Drei Stunden später klingelt mein Handy. Ein netter Swisscom-Projekt-Leiter der Agentur lädt mich für den folgenden Tag in sein Büro in Aarau ein. "Yeah, baby, yeah", sage ich lässig, lege auf, und wundere mich, wo mein Vokabular abgeblieben ist.
One day later. In besagtem Büro angekommen, werde ich herzlich begrüsst und gebeten, Platz zu nehmen. Nach einem Tag Verkaufsschulung wird klar: Geiler Job. Ich kriege den Vertrag in die Hand gedrückt und unterschreibe sogleich. Ich werde gefragt ob ich am nächsten Tag mit der Arbeit in einem Swisscom-Shop in der Limmatstadt anfangen möchte. Ich sage... naja, was sage ich wohl, und gehe lässig nach Hause.
Und nun? Etwas über zwei Ameisli Fixlohn, dann noch drei Gelbe pro ADSL oder TV, welches ich verkaufe, Provision. Verkaufsziel pro Tag: Vier Stück. Geil, oder? Verkaufe ich doch lässig.
Yeah, baby, yeah.
Lesen Sie bald: Einfach Verbunden: Episode 1 - der einmalige Tommy Gun berichtet von seinen Erlebnissen an der Telekommunikationsfront! Das dürfen Sie nicht verpassen! Sonst meld' ich Ihnen Dutzende teure ADSL- und Bluewin-TV-Abos auf ihre Telefonleitung an.
Bildquelle: www.bluewin.ch