Ein Hoch auf das gelbe M
Text: sterndli
Datum: 24.09.2004 Aufrufe: 1469 Verschickt: 0
Morgan Spurlock ernährt sich dreissig Tage lang nur von McDonalds Food, nimmt 13 Kilo zu und seine Leber nimmt Burger-ähnliche Dimensionen an. Dieses Diät-Experiment liefert den Hintergrund für seinen Dokumentarfilm «Super Size Me», mit dem er den Preis für die beste Regie am Sundance Festival gewann.
Im Film dokumentiert er den Werdegang seiner selbst, wie er zunimmt, krank wird, kotzt und hauptsächlich sehen wir ihn, wie er bei
Mc-Fress isst.
Warum er die Doku gemacht hat, sei dahin gestellt, aber spätestens nach Michael Moore's zweitem Film ist ja bewiesen, dass solche Low-Budget Produktionen im Moment total angesagt sind, sprich die Kasse klingeln lassen. Ein durchaus sehr amüsanter Film, wen wunderts, McDonalds und die fressbegeisterten Amis liefern genug Stoff, um 100 Minuten locker zu füllen - ohne dass der Zuschauer sabbernd und schnarchend vom Kinosessel fällt.
Erschreckend ist jedoch die Gesundheits-Bilanz am Ende des Filmes: Morgan steigert seinen Körperfettanteil von 11 auf 18 Prozent, auch seine Leberfettwerte nähern sich denen eines schweren Alkoholikers und ganz am Ende fürchten er und seine Ärzte gar um sein Leben. Was ihm auch ziemlich deutlich ins Gesicht geschrieben steht.
Hunderte befragter Gesundheitsberater aus ganz Amerika sagen, dass man Fastfood grundsätzlich niemals essen sollte. Einige davon meinen, man könne durchaus ab und zu Fastfood konsumieren, ohne gleich den Tod fürchten zu müssen. Fakt ist aber, Fastfood in jeglicher Form ist absolut ungesund. Nun ja... eigentlich nichts neues.
Im Film besucht Mr. Spurlock auch diverse Schulen und deren Kantinen, bekommt von einer Schülerin den Spruch:
"Das ist mein Gemüse für heute" (sie zeigt auf ihre Pommes-Frittes) zu hören, er lässt eine Familie die Nationalhymne singen, selbige schafft dies aber auch nach dem sechsten Versuch nicht - dafür nennen sie den Werbespruch für Chicken McNuggets wie aus der Pistole geschossen und er versucht jemanden von der McDonalds Verwaltung an die Strippe zu bekommen - letzteres sehr erfolglos...
Er erfindet auch gelegentlich neue Bezeichnungen - wie etwa:
"Mac stomach ache" was soviel heisst wie "Mac Bauchweh" (Ist übrigens kurz vor der Szene, in der er seinen Mac-Wasauchimmer wieder auskotzt.)
Erfolg hatte er aber doch - irgendwie, denn auch bei uns hat McDonalds nach Veröffentlichung des Films die Salat-Menu Kollektion mit Namen "GoActive" lanciert. Wenn man eines der Salad Plus Menus bestellt, bekommt man einen Schrittzähler - genannt step-o-meter - gratis dazu. Ich hab einen bekommen, zum nächsten McDonalds brauche ich von meinem Zuhause aus ziemlich genau 1021 Schritte. 10'000 sind das empfohlene Tagespensum. Und laut McDonalds eine ausgewogene Ernährung. Die man sich laut McDonalds natürlich auch bei McDonalds einverleibt.
Das einzige Problem dabei ist, laut Mr. Spurlock, dass ein Salat der gelben Fastfood Kette mehr Kalorien enthält (Sauce) als ein Big Mac. Und wenn man sich die Mac-Kalorientabelle, die auch erst seit neuestem bei uns erhältlich ist, ansieht, stellt man erschreckendes fest.
Also, was haben wir gelernt? Wenn schon McDonalds, dann muss man sich nicht das Grünzeugs aufzwingen - man kann auch ganz beruhigt einen Big Mac essen!