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Do the Jackassthing
Text: lewengaa Datum: 10.08.2006 Aufrufe: 2336 Verschickt: 0

Vor langer Zeit trafen sich Jonny und Steve um gemeinsam ein bisschen Spass zu haben. Damals wusste noch keiner von ihnen, dass dieser Abend ihr ganzes Leben verändern wird, ja nicht nur ihr Leben, auch jene Leben einer Generation, die langsam bemerkt, dass sich ihre Träume von Rockstars und Astronauten niemals erfüllen werden.

Zurück zum besagten Abend. Alle neuen Blondinenwitze wurden ausgetauscht und es fehlte bald an Gesprächsstoff. Jonny wollte seinen erst gerade neu gewonnenen Freund nicht langweilen und kam auf die Idee, ihm ein Kunststück vorzuführen. Leider ging es daneben und er prallte voll mit den Familienjuwelen auf eine Eisenstange, es schmerzte ihm sehr, jedoch fluchte und schrie er nicht, sondern reagierte antizyklisch und lachte. Steve, der davon sehr beeindruckt war, tat es ihm gleich und verletzte sich ebenfalls. Der Abend war gerettet, die beiden hatten jede Menge Spass. So ging es die nächsten paar Jahre weiter, die Stunts wurden besser, brutaler und auch gefährlicher. Sie fanden mehr Gleichgesinnte, mit welchen sie dieses neue Hobby teilten. Eines Tages kam ein Angestellter vom Fernsehen vorbei. Auch er fand Gefallen an ihrem Tun, er imitierte es aber nicht, sondern nahm es auf Video auf und produzierte eine Sendung, wurde somit steinreich. Von diesem Zeitpunkt an konnte man Jonny und seine tollkühnen Freunde jeden Tag im Fernsehen bewundern, wie sie auf die Schnauze flogen, beim Skaten stürzten und sich beim Grillen anzünden. Die Sendung wurde immer erfolgreicher.

Don’t try this at home
Eine Warnung, die verhindern soll, dass sich ungeübtes Jungvolk ernsthaft verletzt. Die Problematik hierbei ist, dass sie lediglich eingeblendet wird und der Grossteil der Zuschauer Alexie haben. So wiederholt sich die Geschichte: Stunts heftiger, Verletzungen schlimmer und die Umgangssprache aggressiver, nur der Erfolg blieb bei den Imitierenden aus.
Da die Darsteller und Erfinder des neuen Volkssports mittlerweile alles reiche Schnösel geworden sind und nur noch Autos, Häuser und Familienurlaube zerstören, muss man ins Internet, um noch richtige Action zu sehen. Dort werfen sich die (lebens-) Künstler für ein 4 Sekunden Video vor ein Auto, springen aus dem 5. Stock in ein Plastikplanschbecken oder knallen sich ein Molotow Cocktail über den Schädel und trinken Farbe. Im Namen der guten Unterhaltung werden aber längst nicht mehr nur die eigenen Knochen gebrochen, zu dritt wird auf ein Streberkind oder sonst auf ein intelligentes Wesen eingedroschen bis es blutet und nur noch winselt. Es erinnert ein bisschen an Clockwork Orange, nur sind sie nicht so cool angezogen.

Als ich mir drei Stunden solche Filmchen reingezogen habe und ich den Betroffenen sofort Tee und eine psychiatrische Behandlung angeboten hätte, musste ich mit Erschrecken feststellen, dass ich gar nicht das Recht habe sie zu kritisieren, ohne es selbst einmal ausprobiert zu haben. Es hat viel Überwindung gekostet, aber dann habe ich mich auf meinem Stuhl so weit nach hinten gelehnt dass ich mit dem Hinterkopf auf den Fussboden knallte, es hat sehr weh getan und war keineswegs mit Spass verbunden. Warum es wohl jenen Menschen so viel Spass bereitet, sich gegenseitig und selbst zu zerschmettern, ist mir ein Rätsel.

Sind die spirituell ein paar Stufen höher und arbeiten jetzt darauf hin, den körperlichen Schmerz zu besiegen? Nehmen diese Menschen andere Drogen? Oder sind sie etwa doch nur blöd wie Kaffeesatz? Fragen die wohl nie beantwortet werden können.


Hier noch einige lustige Links:



Tja, jetzt ist er verbrannt am Arsch. Selber schuld. «Na was meint ihr, fahren wir rüber zu Tante Gertrud und zertreten ihr die neuen Girlanden?» «Muahahaha  jaaaa los geht’s.»
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