Die Singles sind unser Unglück!
Text: Pino Loricato
Datum: 05.07.2005 Aufrufe: 2096 Verschickt: 1
Der Geschlechterkampf ist ein trauriges Phänomen unserer Gesellschaft. Sind Männer Schweine, welche den Frauen das Fell über die Ohren ziehen? Sind Frauen böse Amazonen, welche am liebsten alle Männer kastrierten? Dieses Schlachtfeld zwischen den Geschlechtern tobt in allen Medien und verdirbt den Geist. Waffenstillstand, bitte. Wir haben einen Friedensplan.
Frust-Kolumnen in der Medienlandschaft Neben Talkshows, Büchern, Filmen sind auch die Zeitschriften und Zeitungen von den langen Schützengräben des Geschlechterkampfes durchzogen. Das manifestiert sich in Kolumnen einfallsloser und frustrierter Schreiber, die sich über das andere Geschlecht beklagen. Und die wiederholen sich ständig. „Frauen machen immer so viel Stress, bin ich froh, ist sie weg.“ Oder „Typisch Männer, die sind dumm, roh, gefühlskalt und von Grund auf böse.“ Leider kennt diese Art des Kolumnenschreibens keine Jahreszeit, sondern ist immer präsent. Die Schreiber sind meistens Singles.
Warum ist das so? Unsere Gesellschaft befindet sich in einem geistigen Bürgerkrieg, der zwischen Männern und Frauen geführt wird.
Maskulisten und
Feministen. Das klingt absurd, ist aber so. Eröffnen Sie mal eine Diskussion über Unterschiede zwischen Mann und Frau in ihrem Bekanntenkreis, dann entdecken Sie garantiert einen Frusthaufen, der mit einem aufgesetzten Lächeln und der geballten Faust gegen das andere Geschlecht wettert, und zum Teil ganz böse Dinge sagt. Singles, frustrierte.
Über Schweine und Huren Es ist salonfähig über Männer zu schimpfen und sie als Schweine zu bezeichnen. Schweine, weil die frustrierten, schreibenden Frauen sich am liebsten offen darüber beklagen würden, betrogen oder verlassen worden zu sein. Männliche Kolumneschreiber mit denselben Sorgen lassen es jedoch aus, die Frauen alle in einen Topf zu werfen und als Nutten zu beschimpfen weil es hier eine Zensur gibt. „Misogyn! Beleidigend! Terres des femmes sind unterwegs!“ Deshalb gibt es mehr Kolumnen von frustrierten Frauen, die sich im Selbstmitleid suhlen und von den Frustorgien mit ihren Freundinnen berichten. Das sind bekennende Singles.
Any Given Tuesday II Einmal mehr sei hier als Paradebeispiel die
Tagblatt-Dienstags-Kolumnistin genannt, die schon seit langer, langer Zeit aus der selben Stellung feuert und dafür ewig Munition bekommt. Die heutige Kolumne heisst: „Typisch Mann“ Darin beschreibt die Singlefrau zwar distanziert, was Frauen über Männer denken, jedoch muss sie nicht so tun, als ob sie über dieser Sache stehen könnte. Wir vergessen ihre alten Kolumnen nicht so schnell, weil sie so schön sind.
Singles – Das Gift der Gesellschaft Sie haben keinen Partner, definieren sich als Single und übernehmen Verhaltensmodelle aus amerikanischen Seifenopern. Das Resultat ist natürlich ein Desaster. Nach Ally McBeal und Sex And The City dürfen wir annehmen, dass Frauen von dieser Kollektiv-Neurose härter betroffen sind. Ein Single, der sich auch als solches definiert, ist beziehungsunfähig, weil er sein Leben egozentrisch ausrichtet, egoistisch lebt und sich selbst überschätzt, er wird zum Narzisten. Da ist automatisch kein Platz für einen Partner. Logisch. So gehen diese armen Kreaturen täglich auf Partnersuche mit einer übersteigerten
Erwartungshaltung, die jeden Realisten zum Schmunzeln bringt.
Der Friedensplan Das Lebenskunststück beim Geschlechterkampf besteht darin, den Geschlechterkampf zu meiden, d.h. ihn nicht zu einer persönlichen Sache verkommen zu lassen. Denn wer jeden Tag aus dem Haus geht und alle Menschen des anderen Geschlechts als Gegner oder gar als Feinde ansieht, lebt geistig und emotional in einem Schützengraben eines Krieges, in dem es nur Verlierer (alles Singles) gibt. Das kann doch sehr beklemmend sein. Heute kämpft man höchstens für die Gleichstellung und die Chancengleichheit von Mann und Frau. Offiziell. Alles andere ist für die Füchse.
Fazit Wenn jemand sagt: Ich habe keinen Freund oder ich habe keine Freundin, dann ist das etwas anderes als wenn jemand sagt: Ich bin Single. Wer das sagt, ist ein Problemfall und liebt es, einer zu sein, erkennt jedoch diese Tatsache nicht. Finger weg von denen. Die sind wie Klobürsten, Kopf voran in die Scheisse, täglich.