Die Adaisten
Text: Hubert Weiss
Datum: 10.08.2003 Aufrufe: 2433 Verschickt: 0
Wer sind sie und was machen sie? Gewisse Übungen könnten ausserhalb des militärischen Kontextes locker als Werke aktiver Dadaisten durchgehen. «Öffentliche Lesungen von Lautgedichten» (3 Mal am Tag). «Verbindung zu zahlreichen avantgardistischen und revolutionären Zirkeln» (SVP, SD), «Künstlerische Tätigkeiten» (richtiges Grüssen und Gewehre deassemblieren, sich richtig tarnen).
Der AdA (Angehöriger der Armee) Definition: «Nicht mehr durch emotionsgeladene Bemühung und Mahnung, Empörung und Ekstase wie ihre Vorgänger wollten die Dadaisten dem Widersinn der von gegensätzlichen Interessen und dem Krieg verwüsteten Welt begegnen, sondern durch gezielte Unlogik und Banalität, durch die Inthronisierung des Zufalls und spielerische Provokation.».
Und so fürs Militär: «Nicht mehr durch emotionsgeladene Bombardierungen und Maschinengewehre, EMP-Waffen und exorbitanten Budgets wie ihre Vorgänger wollten die Militärs dem Widersinn der von gegensätzlichen Interessen und der Wirtschaft verwüsteten Welt begegnen, sondern durch gezielte Unlogik und Banalität, durch die Inthronisierung des Zufalls und spielerische Provokation. ».
Sehen Sie? Passt doch wunderbar zusammen. Der Dadaist besetzt Häuser, der Schweizer Adaist Betonbunker auf dem Übungsplatz und ab und zu auch Liechtenstein, wenn die Karte wieder mal falsch gelesen wurde. Der ausländische Adaist hingegen andere Länder - zurzeit hoch im Kurs: Schurkenstaaten. Deshalb stellt sich die Frage: haben sie mehr gemeinsam als bis anhin angenommen?
Um auf diese bisher unbekannte Gemeinsamkeit der Adaisten und Dadaisten aufmerksam zu machen, tragen
wir nur noch
Flik Flak Uhren und
schminken uns bei Tarnübungen friedlich, was ein paar höheren Adaisten mächtig auf den Geist geht.
Weiteres Vorgehen Eigentlich gibt es nicht viel Neues von der Front, deshalb möchte ich an dieser Stelle ein paar interessante Lektüren vorstellen. Diese Woche möchte ich das Heft «Selbst- und Kameradenhilfe» rezensieren. Hier lernt der AdA, wie er einen Kameraden rettet oder zumindest sollte er das. Interessant ist das
Soldaten-Kamasutra (falls man im Reduit seine homophilen Neigungen entdeckt). Weiter erfährt man, wie man sich verhält, wenn man Yperit oder Lewisit (Das tönt aber antisemitisch) einatmet – «eine Combopen ins Bein macht das Blut wieder rein». Den Unterschied zwischen
Gut und Böse lernen Sie übrigens auch. Wichtig ist aber: Der Auftrag geht der Kameradenhilfe vor! Kameradenhilfe konnten wir übrigens bisher genug ausüben, bei dieser Hitze fallen sie wie die Kindersoldaten in Afrika, äh, ich meine natürlich die Fliegen.
Rangbang Party Rangabzeichen sind natürlich wichtig. Schliesslich muss man ja wissen, wer vor einem steht und wie lange er schon ein praktizierender Adaist ist. Vorsichtshalber sollte man, wenn man unsicher ist, immer einen ziemlich hohen Grad nennen. Das macht den Vorgesetzen glücklich und erigiert sein Glied, wie mir schon von diversen Leutnants mitgeteilt wurde (keine Ahnung wo sie diese Information her haben). Übrigens wussten Sie: Wenn man sich als Leutnant verpflichtet, erhält man neuerdings einen Bachelor, die Fachrichtung ist mir unbekannt, sehr wahrscheinlich expressionistischer Adaismus.
Merksatz nach Walder:
- Adaisten und Dadaisten fahren gemeinsam auf Skipisten (auf diese lyrische Kombination wäre Herr Huelsenbeck schon fast ein bisschen neidisch).