Der Lismal-Festivalführer
Text: Jürgen Brandstifter
Datum: 07.05.2003 Aufrufe: 1914 Verschickt: 1
Mögen Sie Schlamm? Gut, denn bald beginnt die Openair-Saison. Lassen Sie sich vom schönen Wetter nicht täuschen, denn spätestens, wenn Sie mit dem Aufbau ihres Zeltes beginnen, wird es wie aus Kübeln Schütten. In derartigen Situationen ist der Lismal-Festivalführer unverzichtbar.
Camping Zuerst suchen Sie sich einen möglichst ebenen Platz für Ihr Zelt. Sollten Sie in die Durchhaltefähigkeit der Zeltplane kein Vertrauen haben, ist es von Vorteil, an einem abfallenden Platz zu campen, damit das Wasser wenigstens wieder abfliessen kann. Machen Sie sich erst gar nicht die Mühe, die Heringe einzuschlagen, sondern legen Sie sich einfach direkt unter die Zeltplane. Damit verhindern Sie, dass einige besoffene Spassvögel spät nachts Ihr Zelt zusammenlegen. Ausserdem müssen Sie dann auch nicht im Dunkeln den Reissverschluss suchen.
Ernährung Wenn Sie sich nicht drei Tage lang von schlechten und viel zu teuren Kebab ernähren wollen, ist es von Vorteil, sich nach alternativen Nahrungsquellen umzusehen. Das ist vor allem günstiger, aber auch unterhaltsamer. Mit etwas Glück fangen Sie eine Eidechse oder eine Ratte. Falls es nicht erlaubt ist, auf dem Festivalgelände Feuer zu entfachen, können Sie diese auch roh essen. Die meisten Openairs verfügen über kompetenten medizinischen Beistand.
Sollte es mit den Nahrungsmitteln dennoch knapp werden, essen Sie einfach die äusserst proteinreiche und schmackhafte Füllung ihres Schlafsacks. Gegen den Durst sammeln Sie ausserdem Regenwasser oder brennen sich aus Früchten, die Sie am Boden finden, etwas Schnaps.
Kleidung Bei der Wahl der Kleidung gibt es grundsätzlich zwei richtige Möglichkeiten: Völlig wasserdicht in Plastikfolie einpacken oder gänzlich nackt gehen. Alles was dazwischen liegt, macht keinen Sinn, weil Sie trotzdem nass werden. Die zweite Möglichkeit ist übrigens auch bei schönem Wetter ideal und macht Sie zudem zum sofortigen Mittelpunkt der Veranstaltung.
Unterhaltung Vergessen Sie nicht:
Sie sind nicht wegen der Musik hier! Suchen Sie sich deshalb nur einige Bands aus dem Programm, die Sie scheisse finden. Warten Sie dann, bis das Konzert im vollen Gange ist, drängeln Sie sich in die Erste Reihe und geben Sie ihrem Missfallen ungehemmt und lautstark Ausdruck. Sollte Ihnen dennoch langweilig werden, versuchen Sie Backstage-Pässe zu klauen, überwältigen Sie Security-Personal oder kaufen Sie sich einen neuen Hut. Wenn alles nichts hilft, können Sie sich auch betrinken, ist ja schliesslich Wochenende.
Musik Für die, die sich trotz Allem auch für die Musik interessieren:
-Am
Gurtenfestival spielen zum 20. Geburtstag neben Grössen wie
Massive Attack oder
Tricky auch
Moloko oder die
Asian Dub Foundation.
-Am
Openair St. Gallen gibt’s unter anderem die
Queens Of The Stone Age, die grossartigen
Fun Lovin' Criminals oder
The Roots.
-Etwas kleiner, aber auch entspannter ist’s am
Heitere Open Air mit
Turntablerocker,
Blumentopf und
Seeed.
-Wer’s etwas grösser mag, geht ans
Southside Festival in Süddeutschland mit u.a.
Radiohead,
Massive Attack und
Coldplay.
Egal für welches Festival Sie sich entscheiden: Schönes Wetter hat’s immer dort, wo Sie nicht sind.