Club Med
Text: Hubert Weiss
Datum: 26.07.2003 Aufrufe: 2338 Verschickt: 2
Schon 2 Wochen bin ich jetzt im Club Med. Es ist das letzte Mal, dass ein Besuch nur 15 Wochen dauert. Ab nächstem Jahr kann man nur noch 21 Wochen buchen. Es macht Spass, den ganzen Tag hindurch ist Sport und sogar Informatik angesagt. Damit es nicht langweilig wird, veranstalten wir ab und zu sogar einen kleinen Maskenball.
Aus der Broschüre: «Das Sportprogramm von Club Med umfasst unter anderem: Segeln, Surfen, Wasserski, Golf, Tennis, Bogenschiessen, Katamarane, Kajaks, Inline-Skaten und vieles mehr. Die Sportkurse werden stets von unseren G.O betreut. Als fortgeschrittener Sportler haben Sie natürlich die Möglichkeit, Ihren Sport auch ohne Betreuung auszuüben.». Doch das ist nicht alles, wie die
Wegweiser beweisen, gibt es auch weitere Unterhaltungsmöglichkeiten z.B: Wellness, VIP Lounge, Sauna und viele weitere interessante Sachen, die ich aber aus strategisch-sicherheitstechnischen Gründen nicht nennen darf. Der Club Med achtet nämlich peinlichst genau darauf, dass seine Erfolgsgeheimnisse nicht von irgendwelchen dilettantischen Konkurrenten übernommen oder kopiert werden.
Wochenprogramm Diese Woche ging im Eilzugstempo vorbei, sodass ich mich gar nicht genau erinnern kann, was wir alles unternommen haben. Am Mittwoch - das weiss ich wegen den Fotos, beschloss unser Animateur ein Maskenball zu veranstalten. Als Thema wählten wir «Nuklearchemischer Angriff eines Schwellenlandes, das aus diplomatischen Gründen nicht genannt werden darf». Unsere Gruppe war die Kreativste, wir warfen uns ins Zeug und kamen nach 15 Minuten als Chemieschutzinspektoren zurück. Hans Blix wäre vor Neid (nicht Giftgas) grün angelaufen. Die letzten zwei Tage der Woche genossen wir noch eine Informatikausbildung. Der Fachlehrer hat das Wissen eines Media Markt Verkäufers, die ganze Übungsanlage kostete 1.2 Mio. Franken (landesweit 40 Mio.), ist aber nur eine Zwischenlösung und eigentlich unbrauchbar. Sonst gab es das Übliche: Gewehre auseinander nehmen (und wieder zusammensetzen). Material fassen (Sie können sich gar nicht vorstellen, was der Club Med einem alles an witzigen Sachen schenkt) z. B. lustige Combopen-Spritzenattrappen, die man sich nicht einmal ins Bein stecken kann oder Fliegenpapier, welches sich bei Kontakt mit Fliegen oder chemischen Kampfstoffen grün und rot verfärbt.
Essen. Das ist immer so eine Sache, besonders bei all inclusive Reisen, ich habe Vollpension gebucht. An dieser Stelle: Teller mit Sättigungsbeilagen sind eine angenehme Abwechslung zum Nachtessen im fakultativen Ausgang. Mimosen sollten aber bedenken: Es gibt auch Länder wo man gar nichts zu Essen kriegt (z.B dorthin wo wir unsere alten Panzer verkaufen).
Das Personal Meiner Meinung nach könnte das Personal ruhig ein bisschen freundlicher sein. Der Concierge (in diesem Club wird er Feldweibel genannt) geht nicht unbedingt auf meine Wünsche ein und die Betten muss man auch selber machen. Der Hoteldirektor hat meiner Meinung ein bis mehrer Probleme im Unterleib, ist ein Despot und leidet höchstwahrscheinlich an Oligophrenie.
Merksatz nach Walder:
- Beüben ist ein militärisches Synonym für bestrafen