Apotheke für den Pimp
Text: Pino Loricato
Datum: 27.01.2005 Aufrufe: 2208 Verschickt: 1
Liebe Leserinnen und Leser! Die 20 Minuten Zeitung berichtet von einer geilen Schnapsidee aus dem Westen. Aus Solothurn.
Da sollen in Zukunft Pillenspicker ihre Drogen vorbeibringen für einen Test. Ob das Zeug sauber ist, ob es auch für einen geilen Trip taugt. Ist das Vertrauen in die Drogendesigner verloren gegangen?
Ähnlich wie die Pilzsammelstelle, wo im Herbst Pilzsammler ihre gesammelten Pilze vorbeibringen, damit eine fachkundige Person die schlechten, tödlichen Pilze von den guten Pilzen trennt, gibt es in Solothurn bald die Pillenkontrolleure in der Apotheke. Und nicht nur im Herbst, sondern ganzjährlich.
Sowas wirft natürlich Fragen auf: Leben in und um Solothurn so viele Konsumenten, vielleicht sogar mehr als in Zürich und Winterthur zusammen?
Wenn der einfache Partygänger seine Hand voll Pillen zur Kontrolle vorbei bringt, darf dann der Grossist (Dealer) auch mal eine ganze Fracht zur Kontrolle vorbei bringen?
Wenn der Normalbürger 50.- und der Student 25.- Franken für die Kontrolle bezahlen muss, bekommt dann ein Dealer Mengenrabatt?
Warum denn Kontrollen? Ist das Vertrauen in die Drogendesigner und in die Lieferanten verschwunden?
Dumme Ideen aus Träumerei Idee: Dealer, welche ihre Ware vor dem Verkauf immer in der Apotheke prüfen lassen, bekommen in der Stammdiskothek einen Dealer-Batch, den sie um den Hals tragen und der rot leuchtet. Mit dieser Lizenz wären sie dann nebenberufliche "Dancing Dealers".
Noch eine Idee: Nach der Kontrolle kann die Apotheke den Stoff in Säcklein abfüllen und versiegeln mit einem Etikett, das Ort, Zeit, Datum der Kontrolle, Vor- und Nachname des Kontrolleurs und Vor- und Nachname des Dealers plus die Nummer seiner Dealercard drauf drucken.
Einziges Problem: Die Polizei. So stand in der
Zeitung, dass die Polizei nicht ständig vor der
Apotheke hausen werde, aber Kontrollen nicht ausschliesse. Aha.
Warnung: Genau das werden sie tun. Eine
Zivilfahndergruppe wird draussen vor der Apotheke so lange warten,
bis einer zur
Kontrolle geht, der so aussieht, als hätte er
viel Ware dabei. Dann
nehmen sie ihn aus. Einmal jeden Samstagnachmittag müssen sie das sowieso tun. Man gönnt sich ja sonst nichts. Das ist dann sicher so aufregend wie das 1.Maifest in Bümpliz.
Passt auf Euch auf, Kinder. Die Krankenkassen, die Polizei, die SBB und die Gegner der Flugschneise Süd haben sich gegen uns alle verschworen und wollen uns ausbluten mit ihren bösen Tricks.