Apocalypse Now
Text: Hubert Weiss
Datum: 08.09.2003 Aufrufe: 2398 Verschickt: 0
Diese Woche ging es ums nackte Überleben. Kein TV, nichts zum Lesen, keine Dusche, kein Bett. Irgendwo in der Pampa bauten wir unser Lager auf und spielten Krieg. Jeden Tag wurde bewacht und marschiert. Wie auf befehl von Col. Kurtz verkrochen wir uns im Wald und harrten aus.
Biwak So ein Biwak ist recht anstrengend. Col. Kurtz befahl uns zum Grabenbau und 24-Stunden Wache schieben. Unseren aufmerksamen Augen ist auch zu verdanken, dass wir diesen niederträchtigen
Eindringling (Neudeutsch: Terrorist, Gotteskrieger, Achse-des-Bösen-Befürworter) fassen konnten. Entäuschend war, dass keine Playboy Bunnies via Helikopter eingeflogen wurden (dafür kam aber einmal im Tag ein mobiler Kiosk vorbei).
Schokolade gab es übrigens auch, die schmeckte umso besser, da sie mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Grossmeister des Designs – Tyler «Mr. Swiss» Brûlé - gestaltet wurde.
Bei unserem Marsch haben wir, wie dieses
Foto beweist, wohl unabsichtlich deutschen Boden betreten. Macht aber nichts, unsere Waffen waren ungeladen und das Bajonett nicht richtig geschliffen.
Geschossen wurde auch, wir haben das so genannte
Wachtschiessprogramm durchgeführt. Dabei werden einem irgendwelche Szenarien vorgelesen z.B.: «Mann kommt und will Handgranaten klauen, um sie nach Tschetschenien zu verkaufen. Ihre Reaktion?». Die Reaktion war natürlich "Halt" rufen, (wie könnte es anders sein?) ein bis zwei Mal ins Bein ballern (wobei ich den Kopf- und Genitalbereich bevorzuge).
Der Wachtdienst beschränkte sich übrigens nicht nur auf das Erschiessen von kleptomanisch veranlagten Waffenhändlern aus dem Osten, sondern beinhaltete auch das Kontrollieren und Fesseln von Personen so wie deren Abtransport. Eine wichtige Aufgabe, vor allem in dieser von Terroristen durchtränkten Zeit.
Ein kleines Sim-Gefecht gab es auch noch, ich wurde 3 Mal getötet, habe selber nichts getroffen.
Nach der anstrengenden Woche wurden wir natürlich alle vom «my best Friend™» Mäjdschär Sanatorium kontrolliert. Er war zufrieden und gab und ein «Sehr Gut». Der Kadi strahlte über das ganze Gesicht, der Abend war gerettet. Lustig: Am Kompanieabend schauten wir «Black Hawk Down», Ziel: «damit wir im Gefecht nicht die gleichen Fehler machen wie die Amis».
Kleider Diese Woche möchte ich mal genauer auf die Kleider eingehen. Jeder Soldat kriegt ziemlich viele Kleider und diese sollte man ja auch mal anziehen. Deshalb verwendet die Schweizer Armee nur Stoffe von höchster Qualität. Der Ausgänger z.B. besteht aus 45% Schurwolle und 55% Polyester, das sind zwei hochwertige Materialien, die man nie Bügeln muss und nicht auf der Haut kratzen. Zu meinem Erstaunen wurde der Ausgänger nicht von Schweizer Firmen geschneidert, wie dieses
Foto beweist. Dennoch kann man sagen, dass diese Firmen ein hohes Ansehen in der Modewelt besitzen, deshalb scheint mir diese Entscheidung legitim.
Merksatz nach Walder:
- Wer erschiesst den Terroristen auf der Wacht, der hat etwas Gutes gemacht.