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Lisbola - Hall of Shame
Die erste Single-Tagebuch-Schreiberin war Schweizerin, kam aus dem Appenzell und zog für ihr Studium nach Zürich. 1849.
Any Given Tuesday
Text: Pino Loricato Datum: 11.10.2004 Aufrufe: 2728 Verschickt: 1

Liebe Leserinnen und Leser. Jeden verdammten Dienstag erscheint im Zürcher Tagblatt die verdammte Kolumne einer zum Single-Leben verdammten Amazone. Hier ist die Rede vom Single-Tagebuch von Tiffany Rachel Hunt, welche die Tagblatt-Leserschaft unterhält bzw. langweilt mit Geschichten, die die Welt nicht braucht. Lesen Sie hier, wie auch dieser Dame geholfen werden kann.

Inhalt der besprochenen Kolumne:
Single-Tagebuch: Sie geht in den Ausgang und angelt keinen Typen. Gähn. Sie geht in den Ausgang, ihre Kollegin zwinkert ihr zu. Beide angeln keinen Typen. Gäähn.
Sie schläft im knappen Neglige, was ihrem Selbstbewusstsein so gut tut wie ein Schaumbad. Gääähn. Sie fährt gerne alleine Auto, also sicher ohne Mann. Und jetzt? Gäääähn. Sie giesst die Blumen ihrer Freundin. Schnarch.

Was kommt als nächstes?
Wäscht sie ihre Wäsche und macht sich Gedanken darüber, dass es gut ist, keinen Mann zu haben, dessen Unterwäsche sie mitwaschen müsste? Oh.
Kocht sie vegetarisch und merkt, wie gut es ist, keinen Fleisch fressenden Neanderthaler zu haben? Na ja. Geht sie tanzen und angelt sich wieder mal keinen Typen, weil er ein Frauenversteher, intellektueller Softie, machoartiges Arschloch, stinkendes Schwein ist? Gut möglich. Was auch immer, besser wird es wohl kaum.

Zusammenfassend kann man sagen: In dieser Kolumne passiert nichts. Diese Kolumne ist blöd wie "Sex and The City" jedoch ohne 'Sex' und 'City.'

Tiffany Rachel Hunt (richtiger Name der Redaktion bekannt, Wohnort der Redaktion bekannt, Killer angeheuert) hat also ein Problem: Sie hat keinen Stecher und schreibt trotzdem oder gerade deswegen eine beschissene Kolumne. Dabei könnte ihr Frust doch sehr viel unterhaltsamer sein. Vielleicht braucht sie ja unsere Hilfe.

Unsere dreisten Gratis-Tipps, dank denen schon Berlusconi italienischer Staatschef, Michael Schumacher Formel1-Weltmeister, Osama Bin Laden noch immer nicht gefasst, Marco Cortesi Polizeisprecher der Stapo und Christoph Blocher Bundesrat geworden ist, möchten wir auch ihr, der lieben aber langweiligen Tiffany Rachel Hunt, nicht vorenthalten.

Wir empfehlen Dir, liebes Mäuschen:

  • Hör auf zu studieren. Heirate einen Langen Mann. Krieg ein paar Kinder von ihm. Dann bekommst Du eine Kolumne im Tagesanzeiger-Magazin, in der Du über Dein Dasein als Mami schreiben kannst. Doris Knecht ist nämlich müde und will endlich mal abgelöst werden.

  • Hör auf zu studieren. Geh in den 4. Akt in den Ausgang und tanze mit irgendwelchen Aargauer Hengsten, die sich gerne mit Dir auf den Rücksitzen ihrer getunten und tiefergelegten Wagen unterhalten. Dann wird Deine Kolumne wenigstens würziger und würde mehr Emotionen bei der Leserschaft auslösen.

  • Hör auf zu studieren. Nimm Drogen und schreibe eine zweite Version von Alice im Wunderland. Anschliessend lässt Du Dich von Deinen Kolleginnen dazu überreden, beim Swiss Date als Single-Dame aufzutreten.

  • Studiere weiter. Werde frustriert und eine männermordende Bestie. In dreissig Jahren wird man einen Film darüber drehen (basierend auf dem Buch, das Du während Deiner Single-Zeit im Knast schreiben wirst). Der Film dürfte gleichzeitig mit Deiner Freilassung im Kino anlaufen.

  • Studiere weiter. Locke Deine Professoren ins Bett und schreibe dann in Deiner Kolumne darüber, was sie Dir unter der Decke alles so anvertraut haben. Keine Angst. Die lesen Deine Kolumne sowieso nicht. (Wer tut das schon, ausser wir. Ehrlich, manchmal mögen auch wir fade Kolumnen, aber nur manchmal)

  • Werde Model bei Lismal und Tür und Tor zu den Laufstegen in Rom, Mailand, Paris und der Lettenbadi stehen Dir offen.


Wir haben ja Verständnis dafür, dass Deine Kolumne langweilig ist, denn wir sind uns sicher, dass Dir das Tagblatt eine Zensur auferlegt damit die Kolumne so zahm und mild, also ziemlich hausbacken ist. Das mögen feministische Omas vielleicht toll finden, aber die selben schauen ja auch „Wetten dass...?“ oder "Musicstar."-

Und falls Sie, liebe Leserinnen und Leser, das Tagblatt in Ihrem Briefkasten haben sollten, bestellen Sie es ab. Und abonnieren Sie die Coop-Zeitung, da gibt es (sage und staune) eine noch plattere Kolumne. Nämlich die vom Ehepaar Schreiber und Schneider, bei denen man nie so richtig kapiert, welches der Mann oder die Frau sein soll.
Aber dazu mehr beim nächsten Mal.




Kostprobe der Kolumne?

Kolumne "Bin i gopfridstutz än Kiosk...?"
Kolumne Schuhe unter dem Fahrersitz
Kolumne Cocktails und Frauenversteher...
Kolumne Drunter und drüber...



Links:

Bevor Sie eine solche Kolumne in einer Tageszeitung beginnen, lassen Sie ihren Frust erst einmal hier raus: Single-Tagebücher wie Sand am Meer. (z.Z. 1151)

Sind Sie ein Single? Treffen Sie die Gemeinschaft der Einsamen.

Und hören Sie doch endlich einmal den Soundtrack zur Single-Kolumne.


Woher kommt heute die Inspiration für das Führen eines Single-Tagebuchs? Kurzfassung: Verschiedene Frauen haben auch unterschiedliche Unterhosen an. Die Autorin trägt Snoopy-Schlüpfer, schläft im Negligé (was genau so gut ist wie ein Schaumbad) und wünscht sich einen Mann, der BH's öffnen kann. Kurzfassung: Cocktail-Parties sind schlecht, weil die Männer blöd sind und den Frauen zublinzeln, die wiederum den Kellnern nachschauen. Schlusswort: Frauenversteher entpuppen sich leider als normale Männer. Also wieder nichts. Kurzfassung: Als Singlefrau kann man frei autofahren. Männer auf dem Beifahrersitz sind lästig wegen ihrer Besserwisserei und ihrem vorgetäuschten Fachwissen. Schlusswort: Es gibt im Fall auch weibliche Automechen.
Kurzfassung: Die Gesellschaft hetzt sie herum. Wir erfahren, dass sie Bäuerin ist (Respect!) und sehr hilfsbereit all ihren Mitmenschen gegenüber. Kann nicht "Nein" sagen. Deswegen drei Nebenjobs. Fazit: Du bist zu lieb, Tiffany. Willkommen in der Stadt.
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