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geiss0mecky

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Anmeldungsdatum:
14.01.2004

Beiträge: 42

Verfasst am: 13.08.2004 um 14:31
Beitrag zuletzt editiert am: 17.08.2004 um 14:31

Gegenstände

Sie haben sicher auch viele Gegenstände (wogegen steht eigentlich ein Gegenstand?) in Ihrem Zimmer/Haus/Büro/Zelt/Iglu/Wohnwagen/Leben.

Wissen Sie, ich hab mal drüber nachgedacht - ich weiss aber nicht, ob Sie's interessiert. Wie auch immer, wer A sagt, muss B sagen, meint der Opa Heinz immer.

Es gibt drei Arten Gegenstände: Nutzgegenstände, Definiergegenstände und in-betweens.
Nutzgegenstände besitzen wir, weil wir sie bzw. ihre Funktion im täglichen Leben brauchen (z.B.: ein Bleistift).
Definiergegenstände besitzen wir, um uns und anderen zu zeigen, wer wir sind, was wir toll finden und was nicht, in welche Richtung unser Geschmack zielt etc. (z.B.: ein Bild an der Wand).
Und die in-betweens sind, Sie werden's schon erraten haben, jene Gegenstände, die wir sowohl wegen ihrer Funktion als auch als Strassenkarte auf dem unendlich langen und unendlich kurzen Weg der Selbstfindung nutzen. (z.B. CD's).
(Übrigens, wer sich selbst finden will, braucht sich eigentlich nur klar zu machen, dass die Blume rot ist und die Wiese grün. So einfach ist's, fragen Sie die Buddhisten!)

Die Bücher bei mir zu Hause sind reine Definierungsgegenstände, ich kann gar nicht lesen. Der Schreibtisch ist ein ziemlich gruusiges altes Möbelstück, das nur darum bei mir im Zimmer steht, weil's ein möbliertes Zimmer ist und das Haus insgesamt seit Elvis' letztem Hit keine Renovation mehr erfahren hat (Rieterstrasse 83, Besichtigungen Mo-Fr 18-20 Uhr). Ergo ist der Schreibtisch ein reiner Nutzgegenstand, der mich höchstens als arme Kirchenmaus, die sich keine eigenen Möbel leisten kann, definiert.
Die meisten anderen meiner Sachen sind in-betweens, wie so oft im Leben, gell.

Jetzt fragen sich einige von Ihnen vielleicht, wieso das alles interessant sein soll und eines Eintrages im lismal-Forum würdig.

ALLES ist interessant, wissen Sie.

Nächste Woche erkläre ich Ihnen, wie ich meine Unterwäsche sortiere.


Leben ist, was dir passiert, während du andere Pläne machst.

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geiss0mecky

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Anmeldungsdatum:
14.01.2004

Beiträge: 42

Verfasst am: 17.08.2004 um 14:48

Unterwäsche

Es ist dunkel geworden. Ich stehe vor der Hauptbühne, zusammen mit 10'000 Fremden, mit denen mich einzig der Wunsch, Massive Attack zu sehen, verbindet. Gebannt starrt alles nach vorne auf die leere Bühne, und plötzlich leuchten Scheinwerfer auf. Jubel und Applaus. Die Band erscheint. Jubel und Applaus. Ihre Begrüssung: "Are you okay out there in the cold rain?" Noch mehr Jubel und Applaus. Dabei regnet es gar nicht. Mehr.

Sie fangen an. Vor mir und hinter mir und neben mir wippen 10'000 Köpfe zum Rhythmus auf und ab. Aber etwas stimmt nicht, die kreischenden Synthisizer, der schleppende Beat, die schwebenden Gitarrenklänge vermögen den unsichtbaren Wall um mich herum nicht zu durchbrechen, mein Herz bleibt stumm.
Ich hätte den Joint zu Ende rauchen sollen, denke ich, um mir gleich darauf wütend zu erwidern: Was ist, kannst du ein Konzert ohne beschissenen Joint nicht mehr geniessen? Ich habe die letzte Arztrechnung nicht bezahlt, fällt mir ein. Gähn.

Plötzlich geht vorne das Licht wieder aus, die Instrumente verstummen.
Erwartungsvolles Schweigen breitet sich aus. Dann, unerwartet, knallt uns das grelle Scheinwerferlicht wieder ins Gesicht und ich sehe: eine Frau hat die Bühne betreten. Sie stellt sich ans Mikrofon, holt Luft, mein Freund legt mir von hinten die Arme um den Bauch und ich sehe hinauf in den Himmel, wo die Wolken vor den Sternen kapituliert haben.

Dann, endlich, endlich, öffnet es sich, mein zähes Herz, und ich vergesse mich, euch, sie, uns und die Arztrechnung. Ich löse mich einfach in den Synthis, dem schleppenden Beat, ihrer Stimme auf.
Gerade als ich mir wünsche, das Lied möge nie zu Ende gehen, stoppen sie natürlich, mittendrin, und tosender Applaus brandet auf.
Jemand schickt Seifenblasen in den Himmel; je höher sie steigen, desto mehr ähneln sie den toten Sternen.
Danke Stimme. Danke Jugend. Danke Vergänglichkeit.
That was a massive attack on my soul.

Was das mit Unterwäsche zu tun hat?

Man wird ja wohl ein paar einleitende Worte schreiben dürfen.
ALLES ist interessant, Sie wissen ja.

Ich habe eine kleine Kommode, die gehört auch zum Mobiliar meines möblierten Zimmers. In die obere Schublade der Kommode leg ich meine Unterwäsche. Die Socken tu ich rechts hin, die BH's links, in der Mitte die Höschen. Wenn ich zum Freund übernachten geh, zieh ich mir was Hübsches an und sonst nehm ich das, was sich grad so anbietet. Wie so oft im Leben, gell.


Leben ist, was dir passiert, während du andere Pläne machst.

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Carlos Alto-Nivel

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Anmeldungsdatum:
15.03.2003

Beiträge: 251

Verfasst am: 17.08.2004 um 20:35

Ich seh sie an. Ich seh sie immer noch an. Sie sieht mich nicht. Nippt gedankelos an ihrem Drink. Kleine Tropfen. Kleine Tropfen benetzen ihren Lipgloss. Ich schaue noch immer. Ebenfalls gedankenlos. Der Verkehr hinter mir, die Leute neben mir, der leicht bewölkte Himmel über mir. Alles verschmilzt zu roter, weicher Watte. Sie bläst eine Rauchwolke in den Himmel. Ihre Augen schweifen zu mir, doch bleiben nicht stehen. Eine Strähne fällt ihr vor die Nüstern. Sorgfältig wird sie hinters Ohr gestrichen. Natelgeringe, tosende Stimmen und inmitten dieses Lärm das Bellen eines Hundes. Sie steht auf, nimmt ihre Tasche und dreht sich nochmals um. Stadkoller in ihren Augen lässt mich hoffen. Leise Sohlen schleichen hinter ihren stöckelnden Schuhen. An der Kirche vorbei. Die Gasse rauf und dann links. Ich seh sie wieder. Immer wieder. Wie in Zeitlupenwiederholung öffnet sich die Türe und sie tritt in das Biogeschäft. Der Kamerawinkel verändert sich vor meinem Auge. Ich will blind sein, damit sich die Erinnerungen in Bilder entfalten. Der Regen hat soeben aufgehört. Aufgehört hat auch der Lärm. Pochen. Klopfen. Mein Herz schläg Pirouetten als ich ihre Silhouette durchs Schaufenster betrachte. War das ein Lächeln. Milchglas lässt mutmassen. Drinnen. Sie. Drinnen. Nun auch ich. Weiss nicht was. Weiss nicht wieso. Weiss nicht wieso hier. Doch drehe mich. Regale umgeben mich. Dörrobst. Kerne. Blond. Rot. Hellbraun? Ich kann ihre Haarfarbe nicht beschreiben. Mein Blick nun gesenkt. Langsam mein Gang. Schleichend zur Kasse. Vier Franken Neunzig. Gebe eine Sophie Taeuber-Arp. Bekomme zweimal zwanzig, einen Tell und ein Zehnermetallstück. Münzen. Ungeschick lässt Grüssen. Der Inhalt meines Portfolios der Tasche liegt verstreut auf dem Parkett. Holz. Metall. Sie hilft mir und lächelt. Lächelt Sie? War das ein Anflug von Sympathie? Nummer. Ich hätte sie fragen sollen. Wieso? Verstört verlasse ich den Laden. Ach, ich bin zu spät. Viertelstunde. Zwanzig Minuten. Bis ich angekommen bin, werde ich viel zu spät sein. 40 Minuten? Mehr? Böse. Ja bestimmt, meine Freundin wird sauer sein.


meh mais für d'indianer!

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amena

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Anmeldungsdatum:
03.05.2003

Beiträge: 109

Verfasst am: 19.08.2004 um 10:50

Ja genau, alles ist interessant..sowie die texte, die ihr geschrieben habt.Gefällt mir.


Was weisst du über dich, wenn du dich nie geprügelt hast??//°fight club°

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geiss0mecky

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Anmeldungsdatum:
14.01.2004

Beiträge: 42

Verfasst am: 25.08.2004 um 17:24

Züri

Augen auf, Ohren auf, Helmi ist da...

Wissen Sie, ich hab mal drüber nachgedacht. (Was hör ich da? "Oh nein, nicht schon wieder"?? Nun seien Sie mal nicht so und hören Sie mir zu, es ist wichtig, verdammt!)
Wenn man so wie ich seine - sehr sehr kleinen - Brötchen damit verdient, anderen den Latte Macchiato (neues Trendgesöff, hat jetzt endlich auch Züri erreicht, ist eigentlich nix anderes als ä Schale, einfach im Glas und mit ein bitzeli Schuum) zu servieren, kriegt man so einiges mit, das können Sie mir glauben. Man hört vor, während und nach dem Servieren manchmal ganz lustige Sachen (mein Deutschlehrer würde mir jetzt eine knallen, weil man "Dinge" und "Sachen" in Texten so selten wie möglich verwenden sollte. egal.)
Sie wollen ein Beispiel? Och...
Trendiger Szenenschwuler: (zu seinem Begleiter)"Aso waisch, ich finz eso SCHLIMM, wänn en Thüp sich schteilt wienen 22jährige und du XEHSCH eifach, dass ers nümme isch!!!!! (zu mir) Äh, ja mir nemed zwei P-hanasch. Danke, Schönschti."
Reiche alte Frauen mit Prosecco um drei Uhr nachmittags (angewidert): "D nüssli chönd Sie dänn wieder mitneh!" (wie kommt man denn auch auf die Idee, ihnen etwas zu servieren, für das sie nicht bezahlen können dürfen sollen müssen??? wo bleibt denn da der SPASS??)
Bünzlis in der Midlife-crisis: "Also de Espresso isch högschtens LAUwarm!!!"
Ich-will-auch-mal-trendy-sein-kreatur, kokett: "Ich nime sonen Latto Matschata!"

Naja. Aber was man so ganz ALLGEMEIN mitkriegt, ist folgendes: In Zürich, dieser wunderschönen, sauberen, toll organisierten Stadt, gibt es erschreckend viele Leute, die nicht wunderschön sind sonder perfekt gestylt, nicht sauber sondern desinfiziert, nicht toll organisiert sondern hoffnungslos gestresst. Woran liegt denn das bloss? Und empfinden Sie das auch so? (Angesprochen sind natürlich nur Stadt ZürcherInnen, alle anderen haben ja EH keine Ahnung und dürfen eh sowieso und überhaupt grad gar nicht mitreden, nämlich)

Vielleicht, so hat sich Geiss O'Mecky überlegt, sind Zürich und seine Bewohner so eine Art Gegensätze, die sich ergänzen, Yin und Yang. Middle Europe meets Fernost, jawohl! (Was hör ich da? "Feng Shui schon wiedel damit an??" )
D.h., je wunderbarer diese Stadt, desto unzufriedener die Leute, denn je wunderbarer etwas ist, desto selbstverständlicher wird es auf Dauer und man kann sich gar nicht mehr drüber freuen.
jaaa, ich weiss, nix neues, schnee von gestern. Aber irgendwie traurig ist es schon.
Wir könnten zu E. Ledergerber gehen und "Meh Dräck!" fordern. damits nicht mehr so schön ist hier und wir demzufolge das Schöne wieder mehr schätzen. Aber Herr Ledergerber würde vielleicht nur mitleidig lächeln und den Bau eines neuen Jugendzentrums mit Gratis-Internetanschluss und Tierbildern an der Wand in Erwägung ziehen. Weiss nicht, ich kenn den Elmar nicht so gut.

Tja, in 20 Minuten muss ich am Stadelhofen sein, habe abgemacht, also reicht die Zeit nicht mehr, um eine Lösung für dieses eigentlich völlig egale Problem zu finden, sorry. Seien Sie einfach alle ein bisschen netter zueinander, ok? dann kommt das schon gut.
Mir ist es eigentlich eh egal, weil bald muss ich mich eh von Ihnen verabschieden. Ich geh rauf in den Norden, wissen Se. Dort, wo dieses Kommunistenpack herkommt, wo die armen Schweine wohnen, östlich der Mauer, DDR. Die haben wahrscheinlich noch nicht mal mitgekriegt, dass der Computer erfunden wurde, diese rückständigen Hinterwäldler, hahahaha...

Also, muss los.


Leben ist, was dir passiert, während du andere Pläne machst.

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geiss0mecky

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Anmeldungsdatum:
14.01.2004

Beiträge: 42

Verfasst am: 01.09.2004 um 22:41

TSCHÜSI

So Ihr Süssen. Ich verzieh mich.
Meine letzten Worte findet Ihr unter g.dichte, zusammen mit vielen anderen ganz ganz schönen g.dichten.
Ich weiss, dass Ihr mich alle ganz ganz doll vermissen werdet. Ich Euch auch. Aber das Leben ist hart, gell, wie so oft.

Seid schön brav, und nix vergessen: ALLES ist interessant! Und: Wer A sagt, muss...geeenau.


Leben ist, was dir passiert, während du andere Pläne machst.

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amena

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Anmeldungsdatum:
03.05.2003

Beiträge: 109

Verfasst am: 03.11.2004 um 14:12

Sooo...

Ich machs nöd lang. isch mir au glich, obs eui interessiert oder nöd.
Ja es isch würkli alles interessant oder eher nöd zum ushalte was me ghört und gseht.

Ich beschrib churz dSituation:..Do mir i üsere super tolli bruefschuel 2 pc's hend...dörfed üssi intelligenti und doch piinlichi schüeler die pc's für privati zweck bruche. Aber ebe NUR die 2 Pc's. und die STÖND nebednenand.

Well ich sTurne für hüt gschwänzt han,...han ich gnueg ziit für anderi sache z.b. surfe.
Nebed mir stöhnd 5 Albaner und sind au online.
(I han gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaar nünd geg Albaner)

LET'S GOOO:
"Yaahh,..die isch geil. - Man die blond het immer so engi oberteils ah.-Man die isch scho geil,..voll Killer man.-Weh man de isch schwul, ich han ghört dass er en Model isch..- Ja man die isch mini ex fründin.Fuck, die gseht hueeree geil us. sie isch eee kei schwizerin.- Hey letsch isch sie mega spitz gsi eyy,...Heey ade party het mi de ander fascht ussenand gno, well ich en joint i de hand gha man.---Heey, gang mal uf TILLLLLLATTE...wells döte geili pitschkas git.
Jo, wie schribt me das?..heey ich glaub mit 3 L!..ah jo easy. De typ do meint er cha breake,..hey ich cha imfall vieel besser.Lueg; das han ich letscht glernt."
[jeeahh jungs lönht vo mir nöd störe..]

(EINE FRAGE AN DIE MÄNNER: ISCH DAS E TYPISCHI MÄNNERGSPRÖCH??)

Yeaah,..Action i de Schuel. Endlich,..i han denkt sie redet nur!!! NEI,..sie chönnt nöd nur blöd umeschnorre. Gott sei Dank hend mir i de Schuel gnueg platz zum breake. Sooo,..fangt de 1.65m grosse albaner ah breake..DIIREEKT hinder mir.Muen ich zueluege??..yeeaah, nachher chunnt de ander mit de Brille. macht au was vor...ich gseh sie nöd, ich ghör sie nur.
"..man ey, du hesch das voll im Griff- de sprung isch scho arsch geil gsi."..

Noch 10 min. Isch die geil Break-Show scho verbi. SCHAADE...ich han ja nüünd gseh

Fertig.


Was weisst du über dich, wenn du dich nie geprügelt hast??//°fight club°

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