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Forum Übersicht -> Offtopic -> Gott ist tot


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recalmic

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Anmeldungsdatum:
07.07.2004

Beiträge: 5

Verfasst am: 12.07.2004 um 12:12

Wie bereits Friedrich Nietzsche sagte: "Gott ist todt! Gott bleibt todt!"

Stimmt das? Wenn ja; wann ist er gestorben? Hat er jemals gelebt?
Machen wir uns heutzutage nicht selbst zu unseren eigenen Götter?
Für was braucht es überhaupt einen Gott? Haben wir unser Streben und Sein nicht selbst in der Hand?

Ich weiss, ich weiss..ein haufen Fragen. Ich bin auf haufenweise Antworten gespannt.

recalmic 9.9.9/3
the present ist the future's past


Black's my soul, black's my hole too.

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palman

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Anmeldungsdatum:
23.05.2003

Beiträge: 180

Verfasst am: 12.07.2004 um 12:45

er sagt ja auch "Und wir haben ihn getödtet"
also stimmt's schon mal, dass Gott eben tot ist.

Meiner Meinung nach gibt oder gabs ihn auch nie. Er entsteht allerdings in jedem von uns selbst. Kommt halt drauf an, woran du glaubst. Gott ist nicht greiffbar. Für den, der an Gott glaubt, ist er auch lebendig. Hmm... oder auch tot ("Gott bleibt todt!"


so war es - so ist es - so wird es immer sein

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karibik

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Anmeldungsdatum:
11.06.2003

Beiträge: 23

Verfasst am: 13.07.2004 um 12:17

gott lebt im wald, dort habe ich ihn gesehen.


mehr strassen für die strassenkinder

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Strolch

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Anmeldungsdatum:
12.05.2004

Beiträge: 16

Verfasst am: 13.07.2004 um 18:22

Gott bedeutet ja soviel wie übermenschlich.

Also, wenn ich vor einem Ameisenhaufen stehe, dann kann ich ja auch ein Gott sein. Ich kann darauf pinkeln und einen Erdrutsch verursachen, ich kann mit der Lupe Temperaturschwankungen herbeirufen, das poppt so schön oder mit Äpfeln Meteoriteneinschlag spielen, also bin ich ein überameisliches Wesen, ein Gott. HA, HA, aber leider sterblich, also doch kein Gott. Bitter….

Die Götter geben uns vielmehr Antworten auf den Tag nach dem irdischem Leben, weil dies für uns immer noch nicht fassbar und vorstellbar ist. Einfach so tschüss zu sagen und alles ist Weg und wir sind nur noch Madenfutter, ist für uns keine so annehmbare Vorstellung, da ist die Vorstellung von nackigen Nymphomanien welche sich unter Wasserfällen rekeln, einiges angenehmer und formbarer.

Ebenso auf die Fragen Warum wie z.B. Warum ist mir heute Morgen im vollbesetzten Tram ein Furz aus der Hose gefahren und noch viele Warum’s mehr, ebenso nach der Frage was bin ich, wohin gehe ich, was ist der Sinn des Lebens. Die einen nennen es Schicksal, die anderen Gottes Wege.

Solange wir noch einen Glauben besitzen, werden die Götter weiterhin existieren.
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Jürgen Brandstifter

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Anmeldungsdatum:
19.03.2003

Beiträge: 440

Verfasst am: 13.07.2004 um 19:25

was wir sicher wissen ist das nietzsche tot ist. das ist doch schon mal was.

mehr zu nietzsche: hier.


wieso setzen sich die säufer im tram eigentlich immer hinter mich?

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Lyocell

Anmeldungsdatum:
24.05.2004

Beiträge: 14

Verfasst am: 13.07.2004 um 21:36

Die Zeit, Gott zu suchen, ist dieses Leben.
Die Zeit, ihn zu finden, ist der Tod.
Die Zeit, ihn zu besitzen, ist die Ewigkeit.

Franz von Sales
(1567 - 1622), italienischer Ordensgründer der Salesianerinnen, Bischof von Genf, Heiliger
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geiss0mecky

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Anmeldungsdatum:
14.01.2004

Beiträge: 42

Verfasst am: 17.08.2004 um 14:51

Weiss gar nöd, was ihr alli händ, ich bin ja DA!!



hihi

jaja, schgar nöd luschtig, chweiss. mirsch ebe langwilig.


Leben ist, was dir passiert, während du andere Pläne machst.

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Karol

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Anmeldungsdatum:
03.03.2004

Beiträge: 11

Verfasst am: 17.08.2004 um 17:53

Gott lebt, ich telefonier manchmal mit ihm. Nietzsche hatte kein Handy, also.

Gott ist noch mehr: Gott ist das Wort, das Brot, der Geist. Er ist der Quell aller... ach, ihr habt ja gar keine Ahnung und mit dem Scheiss in St. Pölten habe ich im Fall nichts zu tun. Davon habe ich nichts gewusst. Ich habe fertig.

URBI ORBI


Heute wäre doch ein guter Tag um ein Kind zu produzieren, meinen Sie nicht?

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aloysius

Anmeldungsdatum:
27.06.2003

Beiträge: 429

Verfasst am: 10.09.2004 um 12:41

Guybrush, was soll der dämliche Link ? Oder was hat Nietzsche mit dem Film "A fish called Wanda" zu tun ?

P.S.: Gott lebt, oder glaubt ihr wirklich alle an die Urknalltheorie ? Dann erkläre mir mal einer, was vor dem Urknall war, bzw. was den Urknall ausgelöst hat ?
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palman

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Anmeldungsdatum:
23.05.2003

Beiträge: 180

Verfasst am: 10.09.2004 um 13:58

vor dem urknall war Energie. wurde ja schon wissenschaftlich bewiesen, dass aus Energie Materie entstehen kann.
Meiner Meinung nach, gabs schon unzählige BigBangs. Und immer wieder gibt es halbwegs intelligente Lebensformen, wie uns, die versuchen, die Geheimnisse des Universums zu erforschen. Vergeblich... Und einfach nur zu glauben, dass einem Gott gerade etwas langweilig war und er sich deshalb aus nix ein Spielzeug baute, scheint mir einfach eine zu faule Erklärung. Dies war Gott, das war Gott... einem neugierigen Kind hat man so allerdings auf jede Frage eine Antwort!

Es gibt Dinge, die kann und muss man nicht wissen.


so war es - so ist es - so wird es immer sein

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Pino Loricato

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Anmeldungsdatum:
12.12.2003

Beiträge: 450

Verfasst am: 10.09.2004 um 18:11

Ob Gott nun lebt oder nicht, ist eine Glaubensfrage.
Es gibt Leute, die glauben an Gott. Für diese lebt Gott natürlich und wird ewig leben.
Die anderen aber, die nicht an ihn glauben, leben vom Wissen das sie haben.
Unser Wissen ist immer beschränkt. Aber der Glaube, der kann Berge versetzen.

Für den Gläubigen gibt es keinen Zufall. Alles ist göttliche Vorsehung oder Schicksal.
Für den Ungläubigen gibt es nichts, nur den Zufall und den Verdienst des eigenen Strebens.

Wenn nun dem Gläubigen etwas passiert, kann er sagen: Gott, du weisst schon warum. Und beginnt am anderen Tag neu.
Während der Ungläubige rätselt und rätselt, warum gerade ihm das passieren musste, wie er das hätte verhindern können...

Der Gläubige lebt also einfacher, während der Ungläubige mehr denken und grübeln muss. Aber das schadet nicht, jeder wird auf seine Weise schlau.

Tja, setze ich auf den Glauben, oder auf die Wissenschaft?
Wir stehen vor einem Roulette-Tisch.
Spielst Du auf rot oder schwarz?
Die Chancen sind 50 zu 50
Ihr Einsatz bitte!


MAKE SPAGHETTI, NOT WAR!

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aloysius

Anmeldungsdatum:
27.06.2003

Beiträge: 429

Verfasst am: 12.09.2004 um 13:17

Zitat:
vor dem urknall war Energie. wurde ja schon wissenschaftlich bewiesen, dass aus Energie Materie entstehen kann.


Mag sein, aber Energie hat immer einen Ursprung. Es funktioniert letztendlich alles nach dem Ursache und Wirkungsprinzip und aus nichts kann auch nichts entstehen, weshalb ich der Überzeugung bin, dass zu Beginn nur (ein) Gott etwas entstehen lassen konnte.

Ob es Gott gibt oder nicht ist aber sicherlich KEINE Glaubensfrage. Entweder gibt es ihn oder eben nicht. Was man dabei glaubt, spielt überhaupt keine Rolle, obwohl man natürlich an Gott glauben kann ohne dass es ihn gibt oder der festen Überzeugung ist, er existiert nicht und es ihn trotzdem gibt.

Ich glaube nicht, dass es für den Gläubigen keinen Zufall gibt und alles göttliche Vorsehung ist. Gängigstes Beispiel sind blutige Konflikte und Kriege über all auf der Welt. Es fällt schwer zu glauben, dass dies einem göttlichen Plan oder Absicht entspricht.

Im Übrigen denke ich nicht, dass sich Wissenschaft und Religion grundsätzlich widersprechen müssen. Dass die Kirche nicht daran interessiert ist, dass die Wissenschaft alles widerlegt ist natürlich klar. Umgekehrt kann es für die Wissenschaft kaum akzeptabel sein, dass gewisse Dinge ungeklärt bleiben. Abgesehen von den Eigeninteressen, die bei solchen Fragen immer eine zentrale Rolle spielen, könnten beide "Betrachtungsweisen" dennoch auf das gleiche Resultat stossen. Meiner Meinung nach haben beide auch eine Seite, die kritisch zu hinterfragen ist.
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Pino Loricato

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Anmeldungsdatum:
12.12.2003

Beiträge: 450

Verfasst am: 12.09.2004 um 20:11

Genau, Aloysius, hinterfragen ist gut. Immer.

Ob Gott existiert, ist eine Glaubensfrage. Sagt mir einer: Es gibt Gott und ich glaube an ihn, dann sage ich: Das glaubst du. Und wenn einer sagt: Es gibt keinen Gott! Dann sage ich: Das glaubst du. Verstehst du, was ich meine? Entweder gibt es ihn, oder es gibt ihn nicht, Aloysius, rot oder schwarz, am Roulettetisch streiten sich die Spieler nicht, weil der andere auf eine andere Farbe setzt. Irgendwann heisst es nämlich: Rien ne vas plus!!

"Ob ihr richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht." 1,2 od. 3

Der göttliche Plan, wenn es den gibt, sieht keine Gewalt vor? Kein Krieg? Was ist denn das von dem "zornigen Gott" das ich einmal gehört habe? Ist das ein Märchen?
War es nicht die grosse, gute Kraft, die im alten Testament ganze Städte auslöschte, weil die Einwohner sündigten? Oder ist der "Zornige Gott" dank dem neuen Testament ausgemustert worden?

Krieg ist nicht sein Plan. Das glaubst du.


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aloysius

Anmeldungsdatum:
27.06.2003

Beiträge: 429

Verfasst am: 13.09.2004 um 09:52

Ok, shrubdealer, ich weiss jetzt was du meinst. Trotzdem: Wenn du auf rot setzt und es wird schwarz, wer weiss was das für Konsequenzen hat ?

Was das dein zweites Argument betrifft: Du hast recht, Krieg und Totschlag fanden gemäss Bibel oft im Interesse Gottes statt. Ich habe die Bibel aus Interesse mal gelesen, so steht es wirklich. Oft hat es Gott selbst verrichtet, einige Male hat er seine Leute sonst wie unterstützt. Den zornigen Gott als solchen gibt es nicht. Sein Zorn ist immer begründet und gerechtfertigt (sonst wäre er auch nicht Gott). Im Übrigen wird häufig seine Gnade und Liebe betont. Sein Zorn ist also nichts anderes als eine Reaktion auf das Sündigen der Menschen. Dies allerdings erst nachdem seine lange Geduld aufgrund mangelnder Einsicht und Vernunft der Menschen erschöpft ist.

Wie auch immer, ein Mensch kann Gottes Pläne nie ganz verstehen, weil er eben nur ein Mensch ist. Häufig wird dann auch die Antwort auf alle unangenehmen Fragen mit "God acts in mysterious ways" beantwortet und damit ist die Diskussion jeweils beendet.

Zitat:
Krieg ist nicht sein Plan. Das glaubst du.

Das weiss ich nicht. Aber einmal mehr: Beweise mir das Gegenteil. Jesus predigte Liebe und dass man anderen nur antun soll, was man will, dass Andere einem selbst antun. Im Übrigen verstosst Mord gegen die Zehn Gebote, wie kann dies also alles göttlicher Plan sein ? Ich bin der Meinung, dass schon zu viele Konflikte und Kriege stattgefunden haben, bei denen sich die Leute auf eine "göttliche Absicht" berufen haben. Meiner Meinung nach definitiv zu unrecht.
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Pino Loricato

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Anmeldungsdatum:
12.12.2003

Beiträge: 450

Verfasst am: 13.09.2004 um 11:42

Wenn ich auf Rot setze und es kommt schwarz, dann habe ich meinen Einsatz verloren. Gute Frage, Aloysius, ich überlege mir dann, ob ich noch einmal setze, oder vom Roulette-Tisch verschwinde.

Interessieren Gott die Krankheiten auf der Erde? Wohl kaum, eher das seelische Befinden. Aber physisch, da muss die Menschheit selber schauen. Nordkorea ist ein Tumor. Und die Mafia ist ein Moloch. Und so weiter. Die Religion ist ein Krebs.

Die Religion ist eine Volkskrankheit, überall auf dem Planet. Wie ein gutartiger Krebs. Wenn daraus aber Fundamentalisen entstehen, die mit Bombengürteln in der Welt rumrennen, hat er metastasiert und ist bösartig. Deshalb läuft im Moment diese schmerzhafte Chemotherapie in der Welt. Und die kommt von Doktor Amerika mit seinen Gehilfen. Es kann ja sein, dass Gott diese kleinen Streitereien unter uns gar nicht interessieren. Ob sie nun in seinem Namen geführt werden oder nicht. Denn für die eigene Gesundheit ist jeder selber verantwortlich.

Wann kommt die Zeit, wo er wie früher wieder mal so mit Sonnenstrahlen und so eine ganze Stadt in Asche legt, warum schickt er nicht einfach wieder seinen Sohn, der die Ernte vervierfacht, aus Wasser Wein macht, könnte er aus Mehl Kokain machen, die Wirtschaft ankurbeln... man spürt so nichts von seiner Existenz.
Oder... spürst du was, Aloysius, spürst du ihn? Den Gott?


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aloysius

Anmeldungsdatum:
27.06.2003

Beiträge: 429

Verfasst am: 15.09.2004 um 10:35

Zitat:
Interessieren Gott die Krankheiten auf der Erde? Wohl kaum, eher das seelische Befinden. Aber physisch, da muss die Menschheit selber schauen. Nordkorea ist ein Tumor. Und die Mafia ist ein Moloch. Und so weiter. Die Religion ist ein Krebs.


Keine Ahnung, ob Gott die Krankheiten interessieren, aber ich wüsste nicht was dagegen spricht. Ausserdem bin ich der Meinung, dass sich geistiges und körperliches Wohlbefinden nur schwer trennen lassen. Die beiden beeinflussen sich gegenseitig und sind miteinander verbunden. Es gibt auch einige, die behaupten dass Aids eine Strafe Gottes sei, da der HIV Virus erwiesenermassen von einer Unterart von Schimpansen auf den Menschen übertragen wurde...

Ich bin aber der Meinung, dass sämtliche mit Religionen verbundenen Institutionen ein Übel sind und kritisch zu hinterfragen sind. Das ist das wahre Problem und nicht die Religionen an sich. Allen voran die katholische und reformierte Kirche.
Ein Beispiel: In der Bibel steht nichts von Kloster, Mönchen, Nonnen, Bischöfen, Päpsten, Sündenvergebung durch Geistliche, Ablasshandel, Kirchensteuer etc etc.
Streng genommen kommt nicht einmal das Wort Kirche vor, lediglich "ecclesia"
was auch einfach als Versammlung übersetzt werden kann. Im Übrigen hat Gott den Menschen gemäss eines weiteren Übersetzungsfehlers nicht nach seinem Ebenbild geschaffen, sondern nach seiner Vorstellung. Dies erscheint mir plausibel, da ich nicht sehe, was am Menschen göttlich sein soll. Auch die ganzen Heilig- und Selig-Sprechungen sind doch ein Irrsinn.

Zitat:
Man spürt so nichts von seiner Existenz.
Oder... spürst du was, Aloysius, spürst du ihn? Den Gott?


Ich könnte dir einige Beispiele nennen, bei denen ich überzeugt bin, Gott gespürt zu haben, obwohl ich dir das natürlich erneut nicht beweisen kann und du argumentieren könntest alles wäre nur Einbildung gewesen. Auch kenne ich einige Menschen, deren Leben sich aufgrund ihres Glaubens grundlegend geändert hat. Aber was braucht es, damit du seine Existenz bemerkst ? Ein Flammenschwert, das vom Himmel kommt und alles Böse vernichtet ? Solche Vorstellungen sind doch lächerlich. Im Übrigen macht dies den Glauben gerade aus: Man kann Gott nicht sehen. Niemand kann das und hat dies jemals. Dennoch: Liebe, Vertrauen, Glück kannst du auch empfinden. Du weisst das es existiert, kannst es aber nicht sehen. Die Erklärung der Bibel, warum man Gott nicht spürt ist simpel: Entweder mal will ihn nicht spüren und ist nicht bereit einige unerklärliche Sachen einfach zu akzeptieren oder man führt ein Leben, welches einen von Gott wegführt. Oder anders gesagt: Je zahlreicher die Sünden, um so grösser die Distanz zwischen mir und Gott und desto eher habe ich das Gefühl: Gott existiert gar nicht oder lässt mich im Stich. Im Übrigen gibt es bereits in der Bibel einige Passagen, in denen sich Leute über die Ungerechtigkeiten in der Welt beschweren und nach deren Grund fragen. Die Antwort: Man kann zwar tun und lassen was man will, muss aber früher oder später (u.a. erst nach dem Tod) auch die Konsequenzen dafür tragen. Das heisst: Irgendwann wird abgerechnet und schlussendlich bekommt jeder was er verdient. Einer von vielen Grundsätzen, die sich auch in den anderen Weltreligionen (z.B. Islam und Buddhismus) wiederfinden.

Wie auch immer, vieles bleibt unerklärlich, aber wieso sollte Gott denn in das Weltgeschehen eingreifen ?
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Pino Loricato

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Anmeldungsdatum:
12.12.2003

Beiträge: 450

Verfasst am: 15.09.2004 um 11:55
Beitrag zuletzt editiert am: 15.09.2004 um 11:55

Aids kann doch keine Strafe Gottes sein, denn Gott... straft doch immer nach dem Tod, beim jüngsten Gericht. Strafen tut jemand anders, auch aus unerklärlichen Gründen.
Schliesslich ist das menschliche Leben so schlecht, dass jedes mit dem Tod bestraft wird, früher oder später.

Kirchliche Institutionen, Klöster, Kinderheime und Kirchen sind ein Übel? Was willst du tun, sie alle niederbrennen? Das grösste Problem sind die Glaubensgemeinschaften. Die Menschen sind wie Schafe und wollen geführt werden. Sie wollen das. Sie wollen ein Idol, zu dem sie hinaufschauen können, um euphorisch oder sentimental zu werden. Wenn man ihnen den gekreuzigten Zimmermann weg nimmt, nehmen sie einen Musiker mit elektrischer Gitarre, oder eine Boygroup, oder einen uniformierten Schreihals mit Seitenscheitel und Quadratschnauz. Und sie werden zeigen wie stolz sie darauf sind, denen zu huldigen. Bis sie so weit sind, für diese zu töten. Frenetischer Jubel ist falsch, immer.

Vielleicht ist der Mensch so konstruiert. Mit einem sechsten Sinn, wo alles drin Platz haben kann, auch Dinge, die es nicht gibt. Fantasie auch. Abergläubische behaupten immer wieder, dass dies und jenes eintrifft, wenn sie die (Bsp.) geschälte Zwiebel nicht mit einem Rosshaar auf das Fenstersims legen oder so...

Sinn, Logik und Verstand <-> Magie, Einbildung, Zauberei.

Keine Glaubensfrage, ob Gott existiert, also eine Frage des Gespürs, des Gefühls... interessant. Liebe, Sehnsucht, Nostalgie, ist alles unsichtbar. Ist doch alles Wahnsinn.

Wahnsinn. Genau, das ist der sechste Sinn. Etwa so:

    1. Sehen
    2. Hören
    3. Riechen
    4. Schmecken
    5. Fühlen
    6. Spinnen


Warum Gott ins Weltgeschehen eingreiffen soll, Aloysius? Keine Ahnung, es wäre sicher spannend, das riesige feurige Schwert vom Himmel in der Tagesschau, anstatt immer nur diese Tornados und Bomben. Na ja, wenn er es nicht tut, dann lässt ers eben bleiben.


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aloysius

Anmeldungsdatum:
27.06.2003

Beiträge: 429

Verfasst am: 15.09.2004 um 13:42

Zitat:
Kirchliche Institutionen, Klöster, Kinderheime und Kirchen sind ein Übel? Was willst du tun, sie alle niederbrennen? Das grösste Problem sind die Glaubensgemeinschaften. Die Menschen sind wie Schafe und wollen geführt werden. Sie wollen das. Sie wollen ein Idol, zu dem sie hinaufschauen können, um euphorisch oder sentimental zu werden.


Nein, man soll sie nicht niederbrennen. Soll jeder damit anfangen, was er will. (Die Kinderheime zähle ich übrigens nicht dazu, die unterstütze ich sofern sie mit der Kirche nichts zu tun haben). Ich sage nur: Sie haben keine Berechtigung und bringen nichts. Es widerspricht dem christlichen Glauben, sich in ein Kloster einzuliefern. Was soll das bringen ? Es bringt doch nur demjenigen etwas, der es macht. Purer Egoismus also. Was ist mit der Nächstenliebe und den Benachteiligten ? Die müssen mir ja egal sein, ansonsten würde ich nicht in ein Kloster gehen...Im Übrigen kann ich den Armen auch direkt helfen und brauche deshalb keine Kirchensteuer zu zahlen, nur damit ein goldiges Fenster in der Kirche renoviert werden kann.

Es mag sein, dass viele Menschen geführt werden wollen oder nicht selbstständig für sich entscheiden können, dies trifft aber sicherlich nicht auf alle zu und so wie du schreibst, shrubdealer, auch auf dich nicht. Was machst du also anders oder was hat dazu geführt, dass du anders denkst ?

Aber um zum eigentlichen Thema zurückzukommen: Das vollständige Zitat von Nietzsche lautet eigentlich: "Gott ist todt! Gott bleibt todt! Und wir haben ihn getödtet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder?" und stammt aus "Die fröhliche Wissenschaft". Insofern ist die Diskussion bisher etwas am Thema vorbei gegangen. Und genauer heisst es:

"Mit diesem Schlagwort meint Nietzsche, wie er selbst sagt, dass „der christliche Gott unglaubwürdig geworden ist“. Die Menschen würden bald einsehen müssen, dass niemand mehr da ist, zu dessen Werten man aufschauen könnte und müsste. Man ist für die Werte, die man vertritt, selbst verantwortlich."

Ich denke das relativiert einiges. Es zeigt meiner Meinung nach auch die Gefahr, dass sich jeder seinen eigenen Gott bastelt (so wie er es gern hätte), oder es kommt zu solch irrsinnigem Aberglauben wie du es geschildert hast.
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palman

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Anmeldungsdatum:
23.05.2003

Beiträge: 180

Verfasst am: 15.09.2004 um 14:08

Gott war also von Anfang an eine Erfindung des Menschen. So viel ist ja nun klar. Vor einigen tausend Jahren waren halt die Menschen noch nicht so weit, dass sie sich wochenlange Regenfälle mit Satelitenfotos und Meteorologie hätten erklären können. Und was tut man dann? Man schiebt es auf einen übermächtigen Protz, der halt gerade etwas schlechte Laune hat. Aber wenn wir den Type loben und preisen, dann wird er sicher lieb sein...

Dann kam mal Jesus. Den Kerl gabs wohl wirklich. Allerdings war er nicht der Sohn Gottes. Wäre der Gründer von Scientology damals auf der Erde gewandelt, würde es heute wohl anders aussehen. Nun, der Jesus erzählte den Leuten was sie hören wollten und hatte erfolg.

Die Bibel wurde geschrieben. Eine Ansammlung toller Geschichten, die die Leute gerne hörten. Denn Gott war ja meist auf ihrer Seite und am Schluss war immer alles gut.

Tausende von Jahren später, gibts immer noch Religionen oder ähm, Vereine, die sich strikte nur nach der Bibel richten und streng an Gott glauben. Aber warum das?? Die Bibel müsste doch ständig neu ergänzt werden. Oder war der Gott eben nur von 6000 v.Chr. bis zu Jesus Tod aktiv?!

Am Glauben ist nichts an sich nichts schlechtens. Bloss halt eben die Extremen... Wers braucht, weil man nicht an seine eigenen Fähigkeiten glaubt, soll halt eben an Gott glauben und den für alles verantwortlich machen. wenns glücklich macht. ich finds schade und etwas faul.


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Pino Loricato

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Anmeldungsdatum:
12.12.2003

Beiträge: 450

Verfasst am: 15.09.2004 um 14:37

Nun gut, aber das mit Jesus stimmt nicht so ganz. Die Leute wollten das nicht unbedingt hören, was er erzählte, deswegen landete er am Kreuz. Er galt als Aufrührer und Rebell oder so. War den Römern und Pharisäern einen Dorn im Auge.
Es ist so, dass die Apostel grossen Erfolg hatten, weil sie das Wort eines Märtyrers predigten.

Und die Bibel, die hat sich nicht gross geändert, aber die Trends in der Kirche schon.

Das Zöllibat zum Beispiel, eine Erfindung vom Mittelalter, um die Macht des Papstes zu erhalten. Hätten nämlich Priester und Bischöfe Söhne gehabt.... wäre das Bistum oder die Kirchgemeinde an den Sohnemann weitergegangen. Und mit dem Zölibat konnte das nicht geschehen, da konnte der Papst weiterhin entscheiden, wen er wohin einsetzen wollte. Deshalb haben ja die Reformierten Pfarrer Frauen.

Schauen wir heute: Homopriester, Homoehen, Frauenpriester, aktive Mönche (St.Pölten)

Mit dem Christentum geht es abwärts. Mit jedem Tag ein bisschen mehr.

Der Islam hingegen hält sich brutal gut.
Die Buddhisten können auch nicht klagen.
Die Hinduisten auch nicht.
Das Judentum ist auch noch intakt.

Und woran zerfällt das Christentum? An der humanistischen Lehre, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt, und das schon seit etwa 200 Jahren oder mehr. Ein Prozess, der in Europa stattfindet seit der Aufklärung: "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."

Es kann zwar gefährlich werden, wenn alle Menschen den Draht zu Gott verlieren. Denn, existierte kein im Jenseits abrechnender Gott, ist für den gottlosen Menschen die Tötung eines anderen Menschen keine Todsünde mehr, sondern eine gesetzliche Schranke, die man umgehen kann, wenn man sich nicht erwischen lässt.

Vielleicht ist es besser, wenn der ganze Mob einfach gläubig bleibt, dann rücken sie uns auch nicht mit Messern an den Hals. Solange das "Gott" nicht von ihnen verlangt.


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